Fußball DFB-Pokal
Hitzfeld: "Das ist ein Traumfinale für mich"

Bayern-Trainer Ottmar Hitzfeld kann am Samstag beim DFB-Pokalfinale in Berlin den ersten Titel auf dem Weg zum Triple holen. Gegner ist ausgerechnet sein Ex-Klub Borussia Dortmund.

Die Meisterschaft ist dem FC Bayern München in dieser Saison kaum noch zu nehmen, im Uefa-Cup steht der deutsche Rekordmeister im Halbfinale und am Samstag (20.00 Uhr/live im ZDF) treffen die Bayern im DFB-Pokalfinale auf den angeschlagenen Bundesliga-Konkurrenten Borussia Dortmund - der am Saisonende scheidende FCB-Trainer Ottmar Hitzfeld steht vor seiner Krönung. Dass Hitzfeld dabei in der Hauptstadt ausgerechnet auf seinen Ex-Klub trifft, hat für den 59-Jährigen eine ganz besondere Bedeutung.

"Ich habe mich in Dortmund immer unheimlich wohl gefühlt. Das war ein Stück meines Lebens, jetzt ist es der FC Bayern. Da schließt sich der Kreis, weil ich voraussichtlich nicht mehr Trainer bei einem Verein sein werde. Dies ist ein Traumfinale für mich", sagte Hitzfeld vor dem Endspiel im Berliner Olympiastadion.

Bisher 16 Titel

Wenn der Bayern-Coach so etwas sagt, klingt er so entspannt wie selten zuvor in seiner langen und erfolgreichen Karriere, die ihm vom Welt- bis zum DFB-Pokal bisher 16 Titel eingebracht hat. Natürlich verspüre er Druck. Den habe man beim deutschen Rekordmeister immer, "da wird man an Titeln gemessen". Aber in der Gewissheit, dass es nach dieser Saison vorbei sei, "ist das natürlich anders als in den Jahren zuvor".

Er habe sich "diese Unabhängigkeit" im Verlauf der Jahre hart erarbeitet. Deshalb habe er schon seit geraumer Zeit nicht mehr die Angst, die junge Trainer hätten, "dass die Karriere ganz schnell beendet sein kann". Vielmehr genießt Hitzfeld seine letzten Wochen beim FC Bayern ohne dabei die Anspannung und die Konzentration zu verlieren.

Denn der gebürtige Lörracher weiß, dass er sich in München endgültig ein Denkmal setzen und seinem Nachfolger Jürgen Klinsmann ein ganz schweres Erbe hinterlassen kann. Der Gewinn des Triples aus DFB-Pokal, Meisterschaft und Uefa-Cup ist in Deutschland noch keinem gelungen. Es wäre ein perfektes Abschiedsgeschenk für den General, bevor er nach der Europameisterschaft seinen Job als Nationaltrainer in der Schweiz antritt.

"Die Vernunft hat gesiegt"

Bei den Eidgenossen unterschrieb der Mathematiklehrer und "Rotations-Weltmeister" bis 2010. Es war eine Entscheidung, die Hitzfeld im Winter ganz bewusst getroffen hat: "Die Vernunft hat gesiegt." Er freue sich darauf, jetzt nur noch 15 Spiele im Jahr zu haben und nicht mehr 70, sagte der frühere Olympia-Auswahlspieler. Und außerdem sei es schon immer sein Ziel gewesen, "einmal eine WM als Trainer zu erleben. Ich will mich mit der Schweiz für Südafrika 2010 qualifizieren".

Doch zunächst hat Hitzfeld kurzfristige Ziele: seinen dritten DFB-Pokalsieg mit den Bayern nach 2000 und 2003. Auch wenn er einräumt, dass eine Meisterschaft schon die größere Leistung sei, "hat der Pokal auch einen sehr hohen Stellenwert".

Gewohnheit ist die vierte Teilnahme am Pokalendspiel in Berlin deshalb für den 59-Jährigen noch lange nicht: "Das ist auch für mich nach wie vor ein absolutes Highlight. Ich bin topmotiviert - und will das Finale unbedingt gewinnen." Mitgefühl oder Mitleid mit seinem Ex-Klub Dortmund hätte er bei einem Pokalsieg nicht: "Darauf kann ich keine Rücksicht nehmen. Ich bin Trainer bei den Bayern."

Hitzfeld war von 1991 bis 1997 in Dortmund als Trainer tätig. Bei den Bayern absolviert er seit 1. Februar 2007 als Nachfolger von Felix Magath seine zweite Amtszeit nach der Etappe von 1998 bis 2004. Höhepunkte seiner Laufbahn waren die Triumphe in der Champions League mit Dortmund (1997) und Bayern (2001) sowie im Weltpokal (2001) - das Triple 2008 soll die Krönung sein.

© SID

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