Fußball DFB-Pokal
Wunderlich brennt auf zehntes Pokalfinale in Folge

An ein DFB-Pokalfinale ohne Tina Wunderlich können sich nur noch die älteren Frauenfußball-Fans erinnern. Die Frankfurterin geht am Samstag in ihr zehntes Endspiel in Folge.

Tina Wunderlich gehört mittlerweile zum DFB-Pokalfinale wie der Ball, das Olympiastadion, und die zwei Teams: An ein Endspiel ohne die Spielführerin von Rekordpokalsieger 1. FFC Frankfurt können sich nur noch die älteren Frauenfußball-Fans erinnern, denn die "ewige Tina" hält einen einsamen Rekord. Die 30-Jährige, die mit ihrem Klub am Samstag im Endspiel gegen den 1. FC Saarbrücken (16.30 Uhr/live im ZDF) zum siebten Mal den Cup gewinnen will, stand bei den zurückliegenden neun Finals von der ersten bis zur letzen Minute auf dem Platz.

"Ich will wieder gewinnen"

"Ich hatte einfach immer das ganz große Glück, dass ich zum Zeitpunkt des Finals von Verletzungen verschont geblieben bin. Dafür bin ich wirklich sehr dankbar", erklärte Wunderlich vor ihrem zehnten Endspiel mit dem FFC in Folge. Und obwohl die 34-malige Nationalspielerin bereits sechsmal den Pokal in Empfang nehmen durfte und nur dreimal als Verliererin vom Platz ging, hat Wunderlich eigentlich nur einen Wunsch für ihr Jubiläums-Endspiel: "Ich will natürlich wieder gewinnen."

Doch während sich die eher als zurückhaltend und bescheiden geltende Abwehrspielerin im Vorfeld des Finals in erster Linie auf den sportlichen Aspekt konzentrieren wollte, machten ihr die Klub-Verantwortlichen einen Strich durch die Rechnung. Schon drei Tage vor dem Finale wurde Wunderlich mit viel Brimborium und einem Blumenstrauß in den Vereinsfarben geehrt.

Bei diesen Feierlichkeiten kam die Personalfachfrau natürlich nicht drumherum, auf ihre bisherigen Endspiele zurückzublicken. "Jedes Finale ist ein Höhepunkt. Da ist es egal, wie oft man dabei war. Die Niederlagen möchte man natürlich gerne vergessen. Aber daraus hat man auch gelernt", meinte Wunderlich, die sich noch genau an ihren schönsten Augenblick in Berlin erinnern kann: "Da ich ursprünglich aus dem Kreis Siegen komme, war der 2:1-Sieg gegen die Sportfreunde Siegen im Mai 2000 der schönste Moment."

Schwester Pia nur auf der Tribüne

Ein ähnlich berauschendes Gefühl möchte Wunderlich, die seit 1994 für die Hessinnen spielt, auch am Samstag erleben. "Wir dürfen Saarbrücken nicht unterschätzen, denn die haben ein junges und aufstrebendes Team. Aber sicherlich sind wir das routiniertere Team und der Favorit. Und wenn wir unser erfolgreiches Offensivspiel aufziehen können, dann sollten wir auch gewinnen", meinte die 30-Jährige, deren Teamkollegin und ältere Schwester Pia wegen eines Kreuzbandrisses das Finale nur von der Tribüne aus verfolgen kann, vor dem Duell mit dem Bundesliga-Aufsteiger aus dem Saarland.

Wunderlich und der FFC streben aber nicht nur den Pokalsieg an. Ein Erfolg in Berlin soll dem Klub den Weg zum zweiten Triple der Klubgeschichte nach 2002 ebenen. Die Chancen dafür stehen nicht schlecht. Denn schließlich steht das Team von Trainer Hans-Jürgen Tritschoks nicht nur im Pokalfinale, sondern auch im Endspiel des Uefa-Cups gegen den schwedischen Meister Umea IK. Außerdem liegen die Frankfurterinnen in der Liga - bei zwei Nachholspielen in der Hinterhand - nur zwei Punkte hinter Spitzenreiter FCR Duisburg.

© SID

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