Fußball DFB
Schlusspfiff für Schiedsrichter Franz-Xaver Wack

Franz-Xaver Wack hat aufgrund einer Knieverletzung seine Schiedsrichter-Karriere beendet. Somit schickt der DFB nur noch 19 statt 20 Referees in die kommende Bundesliga-Saison.

Mit 19 anstatt der üblichen 20 Schiedsrichter geht der Deutsche Fußball-Bund in die am 10. August beginnde 45. Bundesliga-Saison. Wegen einer hartnäckigen Knieverletzung kann Franz-Xaver Wack aus Biberbach seine Karriere als Spitzenreferee nicht fortsetzen. Das teilte Volker Roth, der Vorsitzende des Schiedsrichter-Ausschusses des DFB, am Samstag am Rande des dreitägigen Vorbereitungs-Lehrgangs der Unparteiischen der ersten und zweiten Liga in Altensteig-Wart (Schwarzwald) mit.

Eine Nachnominierung, um den 19-köpfigen "Schiri"-Kader aufzustocken, wird es laut eines Beschlusses des Schiedsrichter-Ausschusses aber definitiv nicht geben. "In der zweiten Liga gibt es momentan noch niemanden, der sich aufdrängt. Wir werden auch mit 19 Unparteiischen durchkommen", begründete Roth die Entscheidung.

Der 42-jährige Wack, seit 1993 DFB-Schiedsrichter und bei 155 Bundesliga-Partien im Einsatz, hatte wegen einer Knie-OP bereits die vergangene Rückrunde komplett pausieren müssen. "Er hat uns seine Entscheidung in der vergangenen Wochen mitgeteilt. Franz-Xaver Wack wollte nur zurückkehren, wenn er nach seiner Verletzung wieder 100-prozentig fit ist. Aber es geht offenbar nicht mehr", erklärte Roth, der aber weiter auf die Dienste Wacks in einer anderen Funktion hofft: "Selbstverständlich wird er bei uns in irgendeiner Form integriert."

Reif appelliert zu offener Selbstkritik

Neben Wack fehlten beim traditionellen Lehrgang im Vorfeld der Saison auch Marc Seemann (Essen) und Thorsten Kinhöfer (Herne), die am Samstag im Ligapokal in Düsseldorf im Einsatz waren. Wie bereits eine Woche zuvor beim Arbeitstreffen der Assistenten in Kaiserau stand im Schwarzwald bei den 17 Erstliga- und 22 Zweitliga-Schiedsrichtern das Ahnden von Abseitsstellungen im Vordergrund. Um diesbezüglich die Trefferquote zu erhöhen, wurde erstmals auf eigens angefertigte Videosequenzen zurückgegriffen. Bereits vor der WM 2006 in Deutschland hatten die eingesetzten Unparteiischen damit gute Erfahrung gemacht. "Die Schiedsrichter waren auch diesmal überrascht, dass durch relativ einfache Methoden deutlich wurde, dass es gerade in Sachen Abseits noch Defizite gibt", berichtete Roth. Der 65-Jährige sensibilisierte seine Referees auch in Sachen Härte. Roth: "Bei Ellbogen-Checks, da müssen wir verstärkt hinsehen."

Neben den obligatorischen Leistungs- und Regeltests sowie Gruppenarbeiten, Referaten und Gesprächen stand im idyllischen Altensteig-Wart auch ein Vortrag von TV-Moderator Marcel Reif mit dem Thema "Was erwartet ein Sportjournalist von einem Schiedsrichter" auf dem Programm. Der Premiere-Mann appellierte dabei an die Referees, nach dem Spiel weiter offensiv mit den eigenen Fehlern umzugehen wie bisher. Auch Roth hat aus Sicht des DFB diesbezüglich keine Bedenken. "Sie haben das Recht, mit den Journalisten zu sprechen, wenn sie geduscht und umgezogen sind", sagte Roth.

© SID

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