Fußball EM
Deutsche U21 will kleines Wunder gegen England

Trotz Personalnot, der Hinspiel-Hypothek (0:1) und der schlechten Bilanz gegen England will die deutsche U21-Nationalmannschaft heute Abend in Leverkusen im Play-off-Rückspiel das Ticket für die EM-Endrunde lösen.

Die deutsche U21-Nationalmannschaft will heute Abend gegen England ein kleines Wunder bewirken. Denn das Team von DFB-Trainer Dieter Eilts geht mit Personalnot, der Hinspiel-Hypothek (0:1) und der schwarzen Serie gegen England im Hinterkopf in das EM-Play-off-Rückspiel. "Wir glauben fest an die Wende, es wird aber ein harter und steiniger Weg", sagte Trainer Eilts vor dem Drahtseilakt der DFB-Auswahl (20.15 Uhr/live im DSF) in Leverkusen.

Im entscheidenden Match, für das im Vorverkauf bereits am Montag 13 000 Karten abgesetzt wurden, erwartet die deutsche Elf ein wahres Vabanquespiel zwischen defensiver Stabilität und Angriffszwang. Ein Gegentor kann schon das Aus bedeuten, aber dennoch muss für den dritten Sprung zur EM-Endrunde in Serie unbedingt der erste Erfolg gegen England seit 1987 gelingen. "Ein gutes Zweikampfverhalten und mehr Konzentration sind unser Schlüssel", meinte Eilts: "Wir kämpfen bis zur letzten Sekunde."

Erinnerungen an Rumänien

Kapitän Stefan Kießling erlebt mit seiner Mannschaft gut vier Wochen nach dem Sieg im letzten Vorrundenspiel gegen Rumänien ein kleines Deja-Vu. "Damals mussten wir auch unbedingt gewinnen und haben sie richtig abgeschossen. Wieso sollte das nicht noch einmal klappen?", fragte der Torjäger von Bayer Leverkusen rhetorisch und beschwor sogleich den "Geist von Wilhelmshaven".

Dort reagierte die Auswahl des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) am 5. September diesen Jahres mit einer Leistungsexplosion auf den Druck. Deutschland fertigte die Rumänen mit 5:1 ab, Eilts sprach vom "besten Junioren-Spiel, das ich je gesehen habe". Jetzt trifft sein Team in einer ähnlichen Situation auf einen Gegner größeren Kalibers und wird zudem von einigen Personalsorgen geplagt.

Zum deutschen Lazarett mit dem Kölner Stürmer Patrick Helmes, dessen Teamkollegen Lukas Sinkiewicz und Nando Rafael von Borussia Mönchengladbach gesellte sich nach dem Hinspiel auch Marvin Matip. Nach einem Zusammenprall mit Markus Brzenska in der Anfangsphase spielte der Innenverteidiger mit einer schweren Gehirnerschütterung durch und erlitt nach dem Abpfiff einen Gedächtnisverlust. Kollegen mussten dem Kölner, der erst am Samstag im Flieger des Gegners nach Deutschland reiste, das "gelöschte" Ergebnis mitteilen.

Eilts sieht "komfortable Situation"

Doch trotz der vier Verletzten und des Fehlens von Piotr Trochowski, der gegen Georgien (2:0) sein Debüt in der A-Mannschaft geben durfte, sieht Eilts sein Team weiterhin in einer "komfortablen Situation". Die von DFB-Sportdirektor Matthias Sammer angekündigte Gesprächsrunde über eine Rückkehr des Hamburgers Trochowski in den Kader führte zu dem Ergebnis, dass der A-Nationalmannschaft stets "unbedingte Priorität" (Sammer) einzuräumen ist.

Auf der anderen Seite gibt sich Englands Coach Peter Taylor vor seinem letzten Spiel als Betreuer der U21 siegessicher. "Wir haben ein starkes Team und können immer treffen. Wir wollen zur EM und zu Olympia", erklärte der frühere Nationalspieler. Taylor wird sich in Zukunft auf seinen Job als Trainer des Zweitligisten Crystal Palace konzentrieren.

© SID

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