Fußball EM
Löw zufrieden und voller Zuversicht

Seit acht Jahren hat die deutsche Nationalmannschaft bei Europameisterschaften nur Blamagen erlebt - am Sonntag soll die schwarze EM-Serie nun endlich der Vergangenheit angehören. Bundestrainer Joachim Löw und sein Team strotzen vor dem Auftaktspiel in Klagenfurt gegen Polen (Sonntag, 20.45 Uhr/live im ZDF) vor Selbstvertrauen, den ersten Erfolg seit dem 30. Juni 1996 zu landen.

"Die Mannschaft macht einen sehr guten Eindruck. Der Optimismus bei uns ist absolut vorhanden. Unser erstes Ziel ist ein guter Auftakt mit einem Sieg. Man spürt, dass die Konzentration förmlich auf dieses Spiel ausgerichtet ist und wächst", sagte Löw am Donnerstag im Trainingsquartier in Ascona und fügte vor "dem schwersten Turnier, das es gibt" an: "Ich spüre bei den Spielern, die Hartnäckigkeit und Leidenschaft, etwas erreichen zu wollen." Dies habe man selbst beim 8:0 in einem Trainingsspielchen am Mittwochabend gegen eine Tessiner Jugendauswahl deutlich gesehen.

Seine Zuversicht gründet Löw darauf, dass "die Mischung stimmt" und dass bei seinen Leistungsträgern in den letzten Tagen "eine enorme Steigerung" zu sehen gewesen sei: "Einige machen einen hervorragenden Eindruck." Allerdings habe man nur dann Chancen auf den vierten EM-Titel, "wenn wir auf einem ganz hohen Niveau spielen".

Sonderlob für Klose und Frings

Dies sieht der Bundestrainer bereits bei seinem Kapitän Michael Ballack ("Er ist in sehr guter Form"), zudem stellte er Torsten Frings und Miroslav Klose heraus: "Ich muss Torsten ein Kompliment machen, mit welcher Kraft er nach einer schwierigen Saison die Einheiten bewältigt. Auch Miro ist in einer hervorragenden körperlichen Verfassung, wie ich sie bei ihm schon lange nicht mehr gesehen habe. Man spürt seine Dynamik und Zielstrebigkeit."

Auch beim im Trainingslager auf Mallorca angeschlagenen Mario Gomez und bei Christoph Metzelder hat Löw Fortschritte beobachtet: "Christoph macht einen guten Eindruck, da sehe ich keine Probleme." Deshalb ist auch davon auszugehen, dass der lange Zeit verletzte Profi von Real Madrid, der wegen seiner mangelnden Spielpraxis zuletzt ein Unsicherheits-Faktor in der deutschen Abwehr war, zusammen mit Per Mertesacker die Innenverteidigung bildet.

Grundsätzlich wollte Löw, dem alle Spieler seines 23-köpfigen EM-Kaders zur Verfügung stehen, am Donnerstag noch nichts zur Aufstellung sagen. "Wir werden in den nächsten Tagen noch einmal alles genau beobachten. Die Entscheidung wird dann am Samstagabend fallen", meinte er lapidar. Momentan scheinen aber nur noch zwei Plätze umkämpft - einer im Angriff, einer im Mittelfeld. Dabei hängt wohl viel von Lukas Podolski ab.

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