Fußball EM
Schottland erwartet "Endspiel" gegen Italien

Noch 180 Minuten trennen Schottland von einer möglichen EM-Teilnahme. Trotzdem bleibt der Tabellenführer der Gruppe B vor dem heutigen Spiel (19 Uhr) gegen Georgien realistisch und erwartet ein "Endspiel" gegen Italien.

Für Schottlands Fußball-Fans gibt es derzeit Grund zu überschwänglicher Freude. Spieler und Trainer bleiben jedoch sehr realistisch. "Italien und Frankreich sind weiterhin die Favoriten auf die beiden EM-Tickets", erklärte Teammanager Alex Mcleish, obwohl die "Bravehearts" als Tabellenführer der sogenannten "Todesgruppe" B nur noch maximal 180 Spielminuten von der ersten Teilnahme an einer Europameisterschaft seit 1996 trennen.

Sollte Schottland heute (19.00 Uhr) in Tiflis gegen Georgien mehr Punkte holen als Ex-Weltmeister Frankreich im Heimspiel gegen Litauen, wäre die Qualifikation für das Endturnier in Österreich und der Schweiz sogar schon vorzeitig perfekt.

Doch an ein derartiges "Wunder" verliert Mcleish keinen Gedanken. Ein Punkt beträgt der Vorsprung seiner Mannschaft vor dem spielfreien Weltmeister Italien und zwei Zähler vor Ex-Weltmeister Frankreich. Deshalb rechnet der 48 Jahre alte Coach und 77-malige Nationalspieler fest mit einem "Endspiel" am 17. November in Glasgow gegen Italien.

"So ist das, wenn man eine kleine Nation ist"

"Für das 3:1 über die Ukraine am vergangenen Samstag haben wir einen hohen Preis bezahlt. So ist das, wenn man eine kleine Nation ist", sagte Mcleish mit dem Hinweis auf die gelbgesperrten Lee Mcculloch und Garry O'Connor sowie die verletzten Scott Brown und Alan Hutton.

Diese Verluste könnten Schottland um die Teilnahme an der EM bringen, glaubt Mcleish und präsentiert sich im nächsten Moment als Kämpfer: "Doch meine Jungs werden alles tun, um in Georgien zu gewinnen und unsere Träume zu realisieren." Für Hoffnung sorgt das Comeback der beiden genesenen England-Legionäre Darren Fletcher (Manchester United) und Graeme Murty (FC Reading).

Bei einem Sieg über das Team von Klaus Toppmöller, gegen das im Hinspiel erst ein Last-Minute-Treffer den 2:1-Erfolg besiegelte, würde den Schotten gegen Italien ein Zähler zur Qualifikation genügen. Aber auch seine Spieler haben registriert, wie schwer sich die Squadra Azzurra am vergangenen Samstag den 2:0-Heimerfolg gegen Georgien erarbeiten musste. "Wir müssen trotz der ganzen Euphorie in unserem Land ruhig bleiben", sagte Mcleish.

Toppmöller will Georgien treu bleiben

Für den Tabellensechsten Georgien, der seine EM-Chance mit drei Niederlagen in den ersten vier Gruppen-Begegnungen vorzeitig verspielte, geht es ausschließlich ums Prestige - und Coach Toppmöller um eine Vertragsverlängerung. Dessen am 1. Februar 2006 angetretene Amtszeit endet mit der EM-Qualifikation. Der einstige Bundesliga-Torjäger und Nationalspieler hatte bereits durchblicken lassen, seine Tätigkeit fortsetzen zu wollen und betonte: "Deshalb habe ich in der letzten Zeit schon drei Angebote abgesagt."

Toppmöller weiß um die Fußball-Begeisterung der rund 4,7 Millionen Einwohner im Land am Schwarzen Meer. Der große Höhenflug, wie ihn der einstige Bundesliga-Kollege Otto Rehhagel in Griechenland feiern konnte, blieb ihm jedoch versagt. Zwar spielt sein Team attraktiven Fußball, doch blieb es bisher bei Achtungserfolgen wie dem 1:1 gegen die Ukraine.

"Wir sind mit dem Ziel angetreten, am Ende der Qualifikation vor Litauen zu stehen", erklärt der 56-Jährige. Deshalb kommt dem letzten Gruppenspiel am 21. November gegen den Erzrivalen besondere Bedeutung zu - für Georgien und für Toppmöller.

© SID

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