Fußball Fifa
Fifa bekräftigt Nein zum Videobeweis

Der Kampf von Markus Merk für die Einführung des Videobeweises lässt die Fifa kalt. "Ein Videobeweis ist nicht vorstellbar", stellte Kommunikationsdirektor Andreas Herren klar.

Der Weltverband Fifa bleibt bei seinem Nein zum Videobeweis, doch der dreimalige Weltschiedsrichter Markus Merk kämpft weiter für die Einführung von technischen Hilfsmitteln im Profifußball. Laut Merk, der zu diesem Thema ein 30-seitiges Arbeitspapier verfasst hat, könnten "100 Prozent der klaren Fehler" von Schiedsrichtern mit Hilfe des Videobeweises vermieden werden.

"Ich wundere mich über die Aussage, dass Fehler zum Fußball gehören. Auch ich will, dass der Fußball schnell bleibt, emotional und ohne große Unterbrechungen. Aber man muss über Veränderungen nachdenken. Sie müssen minimal invasiv und maximal effizient sein. Also möglichst wenig eingreifen und möglichst viel bringen", sagte Merk in einem Interview mit dem Fachmagazin kicker.

In seinem 30-seitigen Arbeitspapier zeigt Merk auf, wie der Videobeweis in der Praxis funktionieren soll. "Ich stelle mir vor, dass ein Vertreter der beiden Mannschaften und der Schiedsrichter je zwei Möglichkeiten zum Vetorecht haben. Die Erfahrung zeigt, dass das ausreichen würde, um die meisten Fehlentscheidungen zu überprüfen", erklärte Merk.

Herren: "Ein Videobeweis ist nicht vorstellbar"

Allerdings hat Merk die Rechnung ohne den Weltverband Fifa gemacht. Fifa-Kommunikationsdirektor Andreas Herren schloss die Einführung des Videobeweises kategorisch aus. "Ein Videobeweis ist nicht vorstellbar. Wir müssen bei allen Entscheidungen zwischen Nutzen und Gefahren abwägen. Es geht um schnelle Entscheidungen der Schiedsrichter. Das kann selbst beim Videobeweis lange dauern. Wir können es nicht zulassen, dass auch mit einem Videobeweis der "Kommissar Zufall" regiert", sagte Herren.

Merk indes will seine zu Papier gebrachten Gedanken nicht als Fifa-Kritik verstanden wissen. "Ich habe keinen offenen Angriff auf Sepp Blatter gestartet. Ich habe lediglich ein Arbeitspapier verfasst und Basisgedanken geschildert. Blatter will das menschliche Gesicht des Fußballs behalten. Das will ich auch", meinte Merk.

Ein anderes technisches Hilfsmittel könnte den Referees dagegen in Kürze zur Verfügung stehen. Denn am kommenden Samstag berät im schottischen Perthshire der International Football Association Board, sozusagen die Regelhüter der Fifa, über die Einführung des Chips-Balls. Dieser "intelligente Ball" meldet dem Schiedsrichter per Funksignal, ob er die Torlinie überschritten hat.

© SID

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