Fußball Fifa
Fifa-Kongress in Zürich offiziell eröffnet

Fifa-Präsident Joseph S. Blatter hat am Mittwoch den 57. Ordentlichen Kongress des Fußball-Weltverbandes offiziell eröffnet. Eine erste Entscheidung ist auch bereits gefallen: Geoff Thompson wird Vize-Präsident.

Kurz vor der offiziellen Eröffnung durch Präsident Joseph S. Blatter ist die erste Entscheidung des 57. Ordentlichen Kongresses des Fußball-Weltverbandes Fifa gefallen: Der englische Verbandschef Geoff Thompson wird anstelle des Schotten John Mcbeth britischer Vertreter Fifa-Vize-Präsident. Zu diesem Entscheid kamen die vier britischen Verbände. Ursprünglich sollte der bisherige schottische Verbands-Präsident Mcbeth die Nachfolge seines Landsmannes David Will im Exko antreten. Am Mittwochnachmittag eröffnete Blatter dann im Zürcher Hallenstadion offiziell den Kongress.

Für die meiste Aufregung hatte allerdings Mcbeth gesorgt. Mit einem verbalen Rundumschlag gegen Funktionäre aus Afrika, der Karibik und England sowie kritischen Aussagen über Blatter am vergangenen Wochenende hatte sich Mcbeth den Zorn der Fifa-Gewaltigen zugezogen. Er durfte nicht am Kongress in Zürich teilnehmen, zudem wurde die Ethik-Kommission der Fifa mit einer Prüfung des Falles beauftragt.

Die vier britischen Verbände, denen laut Fifa-Reglement ein Vize-Präsidenten-Posten im Exko zusteht, fassten nun kurzfristig den internen Beschluss, Mcbeth nicht mehr für das Amt zu berücksichtigen. Bereits am Donnerstag, dem zweiten Tag des Fifa-Kongresses im Hallenstadion von Zürich, wird Thompson als Vize-Präsident ins Exekutivkomitee des Weltverbandes rücken.

Über einige Funktionäre hatte Mcbeth in dem brisanten Interview gesagt: "Ich kenne zwei oder drei, wenn ich diesen die Hand schüttele, muss ich anschließend meine Finger zählen." Vertretern aus der Dritten Welt warf er vor: "Da gibt es arme Nationen, die greifen sich, was sie kriegen können." Gemeint waren offenbar Vertreter afrikanischer und karibischer Nationen. Blatter attestierte er ein, "ausgemachtes Schlitzohr" zu sein.

Blatter wies derweil am Mittwochnachmittag in seiner Ansprache erneut auf die gesellschaftspolitische Verantwortung der weltweit 260 Mill. Fußball spielenden Frauen und Männer hin. "Wir müssen unserer Herausforderung gerecht werden, nämlich der Gesellschaft über den Fußball zu helfen", sagte Blatter, der zu Solidarität und Fairplay aufforderte.

Der Eidgenosse führte als Paradebeispiel für die völkerverbindende Wirkung des Volkssportes Fußball die Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland an. "Es gab ein get together über den Fußball hinaus, es wurde ein Baby-Boom ausgelöst - das ist doch auch was Gutes, auch für die Zukunft des Fußballs", flachste Blatter. Am Donnerstag steht der 71-Jährige als einziger Kandidat für den Präsidentenposten vor der erneuten Wiederwahl. Der Walliser ist seit 1998 Fifa-Boss.

© SID

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