Fußball Fifa
Markus Merk geht mit der Fifa hart ins Gericht

Markus Merk hat mit der Fifa abgerechnet und in einem TV-Interview erklärt, dass ihm vom Weltverband der nötige Respekt fehle. Auch von der Behandlung bei der WM zeigte sich der zweimalige Weltschiedsrichter enttäuscht.

Für Markus Merk ist das Kapitel Fifa offenbar abgeschlossen. Der zweimalige Weltschiedsrichter hat nach der aus seiner Sicht enttäuschend verlaufenen Weltmeisterschaft in Deutschland keine Lust mehr, ein Spiel für den Weltverband zu leiten. Der 44-Jährige, der eine Fortsetzung seiner internationalen Karriere unter dem Dach der Europäischen Fußball-Union (Uefa) ankündigte, hat das Aus nach der WM-Vorrunde offenbar noch immer nicht ganz verdaut.

"Es war wichtig, zunächst etwas Abstand zu gewinnen. Diese vielen schlechten Interviews nach Spielende hören wir oft genug. Es geht auch nicht um ein WM-Spiel mehr oder weniger. Aber wenn man als Weltschiedsrichter in der WM-Vorbereitung als vierter Mann zu einer U20-WM geschickt wird, dann wird die Persönlichkeit in den Hintergrund gedrängt. Mit der eigenen Leistung hat das dann nichts mehr zu tun", meinte Merk bei seinem ersten öffentlichen Auftritt nach der WM im Aktuellen Sportstudio des ZDF.

Merk fühlt sich respektlos behandelt

Der Zahnarzt a.D. fühlt sich vom Weltverband degradiert und "respektlos behandelt." Bereits im Vorfeld der WM hatten Merk und seine Assistenten Christian Schräer und Jan-Hendrik Salver das Gefühl, dass die Fifa in Sachen Referees eine neue Politik anstrebt. Der altersbedingte Rücktritt einiger Top-Schiedsrichter aus Europa nach der EM 2004 führte dazu, dass weder das Eröffnungsspiel, noch die beiden Halbfinals oder das Finale von einem europäischen Schiedsrichter geleitet wurden. Allerdings erwies sich auch die Tatsache, dass die europäischen Teams im WM-Semifinale unter sich waren, als Handicap.

Merk war nur in der WM-Vorrunde zum Einsatz gekommen. Der Traum, das Finale in Berlin oder zumindest ein Spiel in seiner Heimat Kaiserslautern leiten zu dürfen, wurde ihm von der Fifa nicht erfüllt. Da Merk bei der EM 2008 die Altersgrenze von 45 Jahren bereits überschritten hat, war das Spiel zwischen Ghana und den USA in der Vorrunde sein letzter Einsatz bei Welt- und Europameisterschaften.

Merk: "Habe mich auf dem Platz unwohl gefühlt"

"Nach der EM 2004 sind große Persönlichkeiten ausgeschieden. Also musste man eine neue Struktur schaffen. Es haben Schiedsrichter den Weg zur WM gefunden, die nicht länger als drei oder vier Jahre dabei sind. In dieser kurzen Zeit hat man nicht die Chance, ein Spielleiter mit Erfahrung zu werden. Also muss man die Regeln kleinlicher auslegen", sagte Motivationstrainer Merk, der nach der WM selbst in ein Motivationsloch gefallen war: "Ich habe mich selbst auf dem Platz unwohl gefühlt."

Für Merk, der sich im Gegensatz zu vielen WM-Referees als "echten Spielleiter" sieht, der "die Regeln umsetzt, aber auch einen Spielraum lässt", ist die internationale Karriere allerdings noch längst nicht beendet. So wird der Otterbacher am Uefa-Seminar am 29. und 30. August im schweizerischen Nyon teilnehmen und demnächst wieder Spiele in der EM-Qualifikation, im Uefa-Cup und in der Champions League leiten.

Merk will weiter für die Uefa auflaufen

"Ich brauche 120 Prozent Identifikation, nur dann kann ich für den Fußball etwas leisten. Unter dem Dach der Uefa sind wir eine große Familie. Deswegen macht es mir auch Spaß, für die Uefa weiterzupfeifen", meinte Deutschlands Schiedsrichter des Jahres.

© SID

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