Fußball Fifa
Rogge unterstützt Blatters "6+5"-Vorschlag

Fifa-Präsident Joseph S. Blatter erhält im Kampf um eine Quotenregelung für ausländische Spieler in den kontinentalen Ligen Rückendeckung von IOC-Präsident Jacques Rogge.

Der Fußball-Weltverband Fifa und sein Präsident Joseph S. Blatter erhalten für ihre bislang vergeblichen Bemühungen bei der Europäischen Kommission um eine Quotenregelung für ausländische Spieler in den kontinentalen Ligen durch das Internationale Olympische Komitee (IOC) Rückendeckung. "Wenn gesagt wird, dass Blatter mit dem Kopf gegen die Wand läuft, dann sage ich, dass er nicht alleine gegen die Wand läuft. Wir sind an seiner Seite", erklärte IOC-Präsident Jacques Rogge im Interview mit einer britischen Nachrichtenagentur.

Der Belgier kündigte im Vorfeld des Treffens der EU-Sportminister am 27./28. November in Brüssel gemeinsame Anstrengungen des IOC und der Fifa zur Überzeugung der Politiker von einer Sonderregelung für den Sport an. "Wir können noch mehr tun. Wir werden durch eine Delegation bei dem Treffen vertreten sein, und wir werden versuchen, für unsere Sache zu werben", sagte Rogge.

Blatter war zuletzt in Gesprächen mit der EU-Kommision in Brüssel dabei gescheitert, Unterstützung für sein Modell der "6+5"-Regelung zu finden. "Jede Regel, die auf der Nationalität der Spieler basiert, ist unakzeptabel", lautete der Kommentar von EU-Sportkommissar Jan Figel zu Blatters Vorschlägen. Der Schweizer Fifa-Boss favorisiert zur Abmilderung der Folgen des Bosman-Urteils von 1995 in mehreren Stufen bis 2012 eine Regelung, bei der sechs von elf eingesetzten Spielern einer Vereinsmannschaft für das jeweilige Land des Klubs spielberechtigt sein sollen.

Rogge hofft auf Sinneswandel bei der EU

Rogge setzt seine Hoffnungen auf einen Sinneswandel bei der EU in die Geschlossenheit des Sports: "Ich unterstütze den "6+5"-Vorschlag uneingeschränkt. Aber nicht nur das IOC steht dahinter, sondern alle internationalen Dachverbände. Die Welt des Sports steht hinter einer solchen Lösung."

Für den IOC-Chef ist eine Ausländerbeschränkung in Mannschaftssportarten auf Vereinsebene, die der festgeschriebenen Freizügigkeit von Arbeitnehmern im EU-Wirtschaftsraum entgegensteht, unverzichtbar. "Die EU-Kommission behandelt den Sport ausschließlich wie einen Wirtschaftsfaktor. Der Sport ist auch ein Wirtschaftsfaktor, aber auch noch viel mehr. Wir möchten deswegen eine Regelung, die auch die sozialen Komponenten des Sports ausreichend berücksichtigt", sagte Rogge weiter.

© SID

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