Fußball Fifa
WM-Ticketdealer Warner kommt mit Verwarnung davon

Das Fifa-Exekutivkomitee hat Vize-Präsident Jack Warner wegen seines Handels mit WM-Tickets lediglich verwarnt. Das Gremium sieht des weiteren die WM-Vorbereitungen in Südafrika durchaus positiv.

Ein wahres Mammutprogramm hat das Exekutivkomitee des Weltverband Fifa bewältigt. Vielfältige Themen wurden beraten, zahlreiche Entscheidungen getroffen. Doch eine sticht besonders heraus: Der Fall Jack Warner wird zu den Akten gelegt. Der Fifa-Vizepräsident aus Trinidad/Tobago soll während der WM 2006 in Deutschland mit der Firma Simpaul Travel einen schwunghaften Handel mit Tausenden von Eintrittskarten betrieben haben. Die Buchprüfer Ernst & Young hatten zuvor belastendes Material zusammengetragen. Durch die Ticketdeals soll Warner Gewinne von rund 730 000 Euro gemacht haben.

Warner kommt mit Verwarnung davon

Das Exekutivkomitee unter Vorsitz von Fifa-Präsident Joseph S. Blatter und mit Ex-DFB-Präsident Gerhard Mayer-Vorfelder folgte nach einer zweitägigen Sitzung in Zürich aber der Empfehlung der Disziplinarkommission der Fifa, die den Fall untersucht hatte. Mehr als eine "Missbilligung des Verhaltens von Jack Warner" und eine Ermahnung, in Zukunft eine angemessene Sorgfalt bei Ticketingbelangen und eine strikte Befolgung aller Weisungen walten zu lassen, gab es nicht. Jack Warner solle zudem sicherstellen, dass sein Sohn Daryan die Stellung seines Vaters nicht missbrauche.

Warner senior soll Tausende von Tickets für die erstmalige WM-Teilnahme seines Landes geordert und dann exklusiv über das seiner Familie gehörende Reisebüro verkauft haben. Dabei sollen offenbar deutlich überhöhte Preise verlangt worden sein.

Während der WM in Deutschland hatte es bereits einen Skandal um Exekutiv-Mitglied Ismail Bhamjee (Botswana) gegeben. Der Afrikaner hatte im Vorfeld der WM-Vorrundenpartie zwischen England und Trinidad und Tobago zwölf Karten zum Dreifachen des normalen Preises weiterverkauft. Bhamjee war bei der WM nach Bekanntwerden der Ticket-Affäre von der Fifa nach Hause geschickt worden und hat seinen Platz in der "Regierung" des Welt-Fußballs verloren. Bhamjee hatte sich gerade einmal um 2 400 Euro bereichert und hatte dennoch gehen müssen.

Fifa stellt Südafrika positives Zeugnis aus

Das Fifa-Exko legte indes erste Fakten in Hinblick auf die erste Weltmeisterschaft in Afrika vor. Die WM-Endrunde 2010 in Südafrika findet vom 11. Juni bis 11. Juli 2010 statt. Positive bewertete die Exekutive den Stand der WM-Vorbereitung in der Kap-Republik und bekräftigte ihr Vertrauen in die lokalen Organisatoren. Gleichzeitig appellierte die Fifa allerdings an die südafrikanischen Organisatoren, die Arbeiten aufzunehmen, speziell den Bau und die Renovierung der Stadien. "Wir haben kein Ultimatum gestellt, aber gesagt, dass sie ein bisschen mehr Feuer in die Vorbereitungen bringen sollten", sagte Blatter: "Wir vertrauen Südafrika."

Die Auslosung der WM-Qualifikations-Gruppen findet am 23. November 2007 in Durban statt, während der Konföderationen-Pokal Südafrika 2009 vom 14. bis 27. Juni in den fünf Spielorten Port Elizabeth, Bloemfontein, Johannesburg (Ellis Park), Pretoria und Rustenburg ausgetragen wird.

Die 32 Startplätze werden genau wie bei der WM-Endrunde 2006 in Deutschland verteilt: Europa: 13, Afrika: 5, Asien und Ozeanien: fünf (4,5 + 0,5; Play-off), Südamerika und Concacaf: acht (4,5 + 3,5; Play-off) sowie Gastgeber Südafrika 1. Afrika stellt somit erstmals sechs Teilnehmer.

Brasilien mit besten Chancen auf Ausrichtung der WM 2014

Im Hinblick auf die WM 2014, die gemäß Rotation in Südamerika stattfinden soll, wurde das offizielle Bewerbungsverfahren für die südamerikanischen Verbände eröffnet. Brasilien gilt als großer Favorit und wird voraussichtlich vom Kontinentalverband Conmebol als einziger Bewerber genannt. Die Fifa will in diesem Fall das Verfahren beschleunigen, sofern der Kandidat sämtliche Anforderungen erfüllt. Die Entscheidung über das Ausrichterland wird die Fifa-Exekutive im November 2007 treffen.

Das Exko bestätigte zudem die Suspendierung des Iran und von Kenia. Die Situation in Polen und Albanien wird durch je eine gemeinsame Delegation der Fifa und der Europäischen Fußball-Union (Uefa) vor Ort erörtert. Gleiches geschieht auch im Fall von Peru mit einer gemeinsamen Delegation der Fifa und der zuständigen Konföderation Conmebol. Zudem unterstrich die Fifa-Exekutive, dass Gibraltar die Voraussetzungen für eine Aufnahme als Fifa-Mitglied nicht erfüllt.

59 Verbände erhalten kein Geld mehr

Für insgesamt 59 Verbände werden die Zahlungen des finanziellen Unterstützungsprogramms der Fifa bis auf Weiteres eingestellt, weil diese ihre Statuten der Fifa nach wie vor nicht zur Prüfung eingereicht haben. Dies sind 22 Verbände aus Asien, 14 aus Afrika, sieben aus Nord-, Mittelamerika und der Karibik, drei aus Südamerika sowie immerhin 13 aus Europa.

© SID

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