Fußball
HSV kommt nicht in Tritt - Mutige junge Herthaner

dpa HAMBURG. Die Stimmung ist gereizt, Fragen werden genervt abgeblockt - die Führung des Hamburger SV hat sich den Start in die Bundesliga-Saison ganz anders vorgestellt.

„Vor dem vierten Spieltag beschäftige ich mich nicht mehr mit Sergej Barbarez, wir haben einen Klasse-Kader“, wehrte Trainer Thomas Doll nach dem 1:1 gegen Hertha BSC Fragen nach der fehlenden Hierarchie im Team und dem nach Leverkusen abgewanderten Bosnier ab. Und mit „nein, wir sind uns weder mit dem Spieler Juan Pablo Sorin noch mit dem Verein Villarreal einig“, reagierte Sportchef Dietmar Beiersdorfer auf die angeblich fast perfekte Verpflichtung des argentinischen Nationalmannschafts-Kapitäns.

Die Personaldecke ist zu dünn für die nationalen und internationalen Ambitionen, fünf Unentschieden in Serie (inklusive Champions-League-Qualifikation) sind zu wenig. Die aktuellen Verletzungen von David Jarolim (Haarriss am Unterarm), der vier bis sechs Wochen ausfällt, und Rafael van der Vaart (Anriss der linken Quadrizepssehne im Oberschenkel) treiben Doll die Sorgenfalten ins Gesicht. Van der Vaart fährt zur holländischen Nationalmannschaft, um mit den Ärzten über die nötige Behandlung zu beraten.

So könnte Sorin, der angeblich für drei Mill. aus Spanien losgeeist werden und ein Gehalt in derselben Höhe einstreichen soll, schon kurzfristig weiterhelfen. „Das ist ein Weltklassespieler, der uns gut zu Gesicht stehen würde. Da sieht man, welchen Stellenwert der HSV inzwischen hat“, sagte Abwehrrecke Bastian Reinhardt.

Wie schwierig es aber ist, ohne gemeinsame Vorbereitung im Aufgebot zu stehen, zeigte der Kaltstart von Joris Mathijsen am Sonntag. „Es ist sehr hart, das Spiel in der Bundesliga ist schnell. Ich habe keine Zeit, mich mit meinen Nebenspielern einzuspielen, denn jetzt geht es zur Nationalmannschaft“, sagte der 26-Jährige Niederländer. Nebenmann Collin Benjamin, gerade einmal zwei Partien nach langer Verletzung im Einsatz, fällt dazu noch wegen seiner harten Roten Karte aus.

So profitierte die junge Truppe aus Berlin von den Abstimmungsfehlern der Hamburger Viererkette, die regelrecht um den Ausgleich „bettelte“ (Doll). „Dieses Engagement ist es, was wir sehen wollen. Wir haben auf fremdem Platz die meiste Zeit dominiert“, freute sich Hertha-Manager Dieter Hoeneß, der besonders erbaut war von den kessen Schüssen des 19-jährigen Talents Patrick Ebert. Das Abstauber-Tor von Christian Gimenez (64.) war der verdiente Ausgleich, nachdem Boubacar Sanogo (18.) in seinem dritten Bundesliga-Spiel für den HSV das dritte Mal getroffen hatte.

Einen bitteren Nachgeschmack hinterließ nur der Serbe Marko Pantelic, der bei seiner Auswechslung vier Minuten vor Schluss bewusst langsam vom Platz ging, ausgepfiffen wurde und dann das Hamburger Publikum verhöhnte. „Das passt nicht zu uns. Da werden wir mit ihm Klartext reden und einen Obolus für die Mannschaftskasse verlangen“, sagte Hertha-Coach Falko Götz.

Nach dem Spiel gesellten sich zu den wegen Magen-Darm-Grippe nach dem Uefa-Cup-Tripp nach Tiflis ausgefallenen Arne Friedrich und Ellery Cairo auch noch Christian Fiedler und Pal Dardai mit denselben Symptomen. „Ich hatte den Eindruck, dass wir am Donnerstag gespielt haben und nicht Hertha“, monierte Reinhardt, dass in den zweiten 45 Minuten nur noch der Gegner den Ton im Volkspark angegeben hatte.

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