Fußball International
Legende Pele wird 70

Pele, der vielleicht beste Fußballer aller Zeiten, feiert heute seinen 70. Geburtstag. Der dreimalige Weltmeister brachte es in seiner Karriere auf 1 281 Tore in 1 365 Spielen.

Der ewige Pele wird 70. Diesmal gibt es keine große Sause, nur eine kleine Feier im Kreise der Familie. Wer den besten Fußballer aller Zeiten und wohl berühmtesten lebenden Erdenbürger dieser Tage zum Jubelfest ehren wollte, erhielt ein simples Fax als Antwort.

"Ich danke für die Einladung. Doch das größte Geschenk mit meinen 70 Jahren ist Gesundheit, Anerkennung und die Liebe von allen, die mich die ganzen Jahre in allen Ecken dieser Welt unterstützt und angespornt haben." Heute ist "O Rei" - Brasiliens König des Fußballs - mal wieder nur Edson Arantes do Nascimento.

Eine normale Person, die weint, Gefühle hat und unter seinen Fehlern leidet, wie der Fifa-Jahrhundertfußballer einst gestand. Pele sei dagegen ein Mythos, der nie sterbe. Bekannter als Christus. "Vielleicht kennen nicht alle auf der Welt Jesus, aber von Pele haben sie schon gehört", gab das Ballgenie einst von sich.

Elfmal Torjäger - aber nie bei einer WM

Ein Status, den sich der Weltmeister von 1958, 1962 und 1970 in über 20 Jahren Profifußball und anschließend als Sympathieträger im weltweiten Einsatz erworben hat. 1 365 Spiele, nicht alle offiziell, 1 281 Tore, ob im Trikot vom FC Santos, Cosmos New York, der Selecao oder - in seiner Militärzeit - einer Soldatenauswahl, elfmal Torjäger einer offiziellen Meisterschaft oder eines Turniers, aber kurioserweise nie bei einer WM.

Pele verzauberte mit seinen Tricks die Fans, ehe am 1. Oktober 1977 Schluss war. Im New Yorker Giants Stadium trug der damals 37-Jährige noch einmal das Trikot mit der Rückennummer zehn von Cosmos - für das auch Franz Beckenbauer auflief - und Santos.

Der Fußball wurde danach athletischer, die Zweikämpfe körperbetonter, der Raum für Stürmer enger. Schon deshalb wird ein neuer Pele schwer zu finden sein. Diego Maradona machte ihm Jahre später den obersten Platz im Olymp streitig.



Fehde mit Maradona geht weiter

Der Argentinier sei jedoch kein kompletter Spieler wie er gewesen. "Sein einziges Kopfballtor erzielte er mit der Hand", bemängelte der Brasilianer in Erinnerung an das umstrittene Tor gegen England bei der WM 1986.

Die Privatfehde mit Intimfeind Maradona, ein erfolgloser Ausflug ins Schlagermusikgeschäft, Werbung für ein Potenzmittel, zwei außereheliche Kinder, ein in Drogengeschäften verwickelter Sohn: Abseits des grünen Rasens erlaubte sich Edson Arantes manche Peinlichkeit, die seiner Popularität aber nie schadete und selbst einer Berufung zum brasilianischen Sportminister (1995 - 1998) nicht im Wege stand.

Sein Aufstieg aus armen Verhältnissen erfüllt das Klischee vieler Bilderbuchkarrieren, eingerahmt von zahlreichen Anekdoten. So erscheint in der Geburtsurkunde fälschlicherweise der 21. Oktober als Geburtsdatum, weil sein Vater erst nach einem Monat das Standesamt aufsuchte und dabei noch mehr Verwirrung stiftete, als er versehentlich den Vornamen Edison statt Edson eintragen ließ.

Edson lief schon früh dem runden Leder hinterher, jubelte im Team von Vater Dondinho vor allem Torhüter Bile zu, dessen Name der Knirps aber nie richtig aussprach. Fortan neckten sie ihn als Pele. Ein Name für die Fußball-Ewigkeit.

© SID

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