Fußball International
Romario erzielt Tor Nummer 1 000

Der ehemalige brasilianische Nationalstürmer Romario hat die 1 000-Tore-Marke durchbrochen. Den Jubiläumstreffer erzielte er beim 3:1 seines Klubs Vasco da Gama im Erstligaspiel gegen Sport Recife vom Elfmeterpunkt aus.

Als Brasiliens Fernsehgigant Globo um 19.17 Uhr sein sonntägliches Familienprogramm unterbrach, bahnte sich Historisches an: Ein Millionen-Publikum am TV-Bildschirm und knapp 20 000 Fans im Stadion Sao Januario von Rio de Janeiro erlebten das 1 000. Tor von Fußball-Idol Romario. Der 41-Jährige erzielte den Jubiläumstreffer beim 3:1 seines Klubs Vasco da Gama im Erstligaspiel gegen Sport Recife per Handelfmeter zum 3:0-Zwischenstand.

"Ich war nervöser als vor dem Elfer bei der WM", beschrieb der Stürmer die 48. Minute im Spiel gegen den Aufsteiger und dachte an den Höhepunkt seiner Karriere vor nun schon 13 Jahren zurück, als er im WM-Finale 1994 in den USA gegen Italien im Elfmeterschießen den ersten Versuch der am Ende mit 3:2 siegreichen Selecao verwandelt hatte.

Magische Grenze erreicht

Nach 39 Tagen Spielpause war es also ein Strafstoß, mit dem er die magische Grenze erreichte. Brasiliens Jahrhundert-Fußballer Pele hatte 1969 ebenfalls sein Tor Nummer 1 000 vom ominösen Punkt erzielt. Damals aber vor offiziell 65 000 zahlenden und Tausenden ungezählten Fans im Maracana-Stadion. Romario war zuletzt bei drei vergeblichen Anläufen in Rios Fußballtempel leer ausgegangen.

"Die Mission ist erfüllt. Meine Karriere geht dem Ende entgegen, aber heute war noch nicht Schluss", verkündete Romario auch angesichts der zuletzt aufkommenden Polemik um das Rekordtor. Schließlich zählt der Torjäger vom Dienst 98 Tore aus der Jugendzeit und aus Spielen mit Fest-Charakter. "Nur" 902 Treffer fielen in Begegnungen mit offiziellem Charakter.

324 Tore für Vasco

Im Trikot von Vasco, das die Rückennummer elf nach Romario nie mehr vergeben will, waren es 324. Zwischen Zuckerhut und Christus-Statue, seiner einzigen Spielkulisse auf Klubebene in Brasilien, traf er noch für Flamengo (204) und Fluminense (48). Im Ausland schoss Romario für PSV Eindhoven (Niederlande/165), FC Barcelona (53), FC Valencia (beide Spanien/14), Miami FC (USA/22), Adelaide United (Australien/1) ein. Zudem war er 71-mal für brasilianische Auswahlmannschaften erfolgreich. Nur bei Al Saad im Katar wartete man 2003 vergeblich auf einen Treffer.

Zahlen, die einem in diesen Tagen in Brasiliens Medien nur so vor den Augen flimmern. Angeblich soll Romario mit 731 Toren in offiziellen Meisterschaften sogar Pele (720) übertreffen. Während "Baixinho" (der Kurze), Romarios Spitzname wegen seiner 1,68 m Körpergröße, in 27 Turnieren Torschützenkönig wurde, sammelte Pele 24 Torjägerkronen. Aber "o Rei" (der König) wird mit 1 284 Karrieretore auf jeden Fall vor Romario bleiben.

Der Brasilianer Arthur Friedenreich, Sohn eines Hamburger Ingenieurs und einer brasilianischen Wäscherin, ist indes mit 1 329 vom Weltverband Fifa anerkannten Toren in 26 Jahren bis heute der erfolgreichste Torjäger aller Zeiten.

"Ich weiß, dass ich geliebt und gehasst werde. Aber alle haben Respekt vor mir", meinte Romario. Zu den ersten Gratulanten am Sonntag gehörte Brasiliens Staatspräsident Luiz Inacio Lula da Silva, den der Jubilar im allgemeinen Trubel am Telefon kaum verstand. "Ich glaube, er hat gesagt, ich wäre ein Kämpfertyp", berichtete der Stürmer.

© SID

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