Fußball Italien
Juventus muss 10 000 Euro Strafe zahlen

Nach erneuten rassistischen Sprechchören muss Juventus Turin eine Geldstrafe in Höhe von 10 000 Euro zahlen. Auch sportlich steckt der italienische Rekordmeister in der Krise.

Rassistische Hetzparolen bringen Italiens Rekordmeister Juventus Turin immer mehr in Verruf. Nach erneuten Skandal-Sprechchören seiner Fans gegen den dunkelhäutigen Profi Mario Balotelli von Inter Mailand ('Es gibt keine schwarzen Italiener') während des peinlichen 1:2 gegen Catania Calcio muss der Verein 10 000 Euro Strafe zahlen. Sportlich steckt der Renommierklub zudem tief in der Krise.

Die Strafe gab die italienische Fußball-Liga am Montag bekannt. Neben rassistischen Äußerungen wurden im Fanblock auch Feuerwerkskörper abgebrannt. Die Strafe sei etwas gemildert worden, da der Verein alles dafür getan habe, um solche Vorkommnisse zu vermeiden, gab die Liga bekannt. "Die rassistischen Chöre beleidigen alle Fußball-Fans. Wir müssen alles unternehmen, um die Verursacher zu bestrafen", sagte Maurizio Beretta, Präsident der Liga.

Leere Ränge bleiben "Juve" erspart

In der vergangenen Saison hatte Juve nach ähnlichen Anfeindungen seiner Fans bereits ein Heimspiel unter Ausschluss der Öffentlichkeit austragen müssen. Das bleibt Juve im nächsten Heimspiel gegen den AC Mailand am 6. Januar erspart.

Italiens Sportzeitungen wie die Gazzetta dello Sport fordern einen "tiefgreifenden Mentalitätswechsel". Die Beleidigungen gegen Balotelli seien nicht länger hinzunehmen. Der U21-Nationalspieler ist seit Monaten Zielscheibe der Ultra-Fans in Turin. Der 19-Jährige soll schon angekündigt haben, zu Manchester City in die englische Premier League zu wechseln. "Das kommt nicht in Frage", sagte aber Inter-Präsident Massimo Moratti.

Der Fall Balotelli zeigt das große Problem, das farbige Italiener auf dem Apennin haben. Dunkelhäutige Spieler aus dem Ausland wie der Kameruner Samuel Eto'o werden nicht ausgepfiffen. Auch erhielt der 19-Jährige Balotelli bislang keine Berufung in die "Squadra Azzurra", obwohl er es längst verdient hätte. Nationalcoach Marcello Lippi mangelt es gerade im Sturm an Top-Spielern.

Die sportliche Talfahrt "Juves" rückt in den Hintergrund. Nach dem kläglichen Ausscheiden in der Champions League gegen Bayern München leistete sich die Mannschaft am Wochenende beim 1:2 eine Blamage. Das einzige Tor erzielte der frühere Bayern-Profi Hasan Salihamidzic. Der Rückstand auf Tabellenführer Inter wuchs auf neun Punkte an.

Präsident und Trainer unter Beschuss

Die Fans forderten auf Spruchbändern den Rücktritt von Präsident Jean Claude Blanc. Dem Klub-Boss wird eine schlechte Personalpolitik vorgeworfen. Die Neuzugänge wie Diego von Werder Bremen oder Felipe Melo, der für 25 Mill. Euro vom AC Florenz gekommen war, blieben bislang hinter den Erwartungen zurück.

Auch für Trainer Ciro Ferrara wird die Luft immer dünner. Allerdings dementierte Blanc Gerüchte, ein vorzeitiges Ende der Zusammenarbeit stehe bevor: "Es gehört nicht zu unserer Tradition, einen Trainer während der Saison auszuwechseln. Wir müssen alle härter arbeiten", sagte der Präsident.

Die Lage ist aussichtslos, zumal auch kein guter Trainer als Ersatz für Ferrara in Sicht ist. Für Italiens Medien käme nur Guus Hiddink in Frage, doch der russische Nationaltrainer hat der "alten Dame" bereits einen Korb gegeben.

© SID

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