Fußball Italien
Serie A: Abbruch bei rassistischen Sprechchören

Der Chef der Fußballer-Gewerkschaft in Italien fordert Spielabbrüche, im Fall von rassistischen Kundgebungen. Marcello Lippi meint indes, Rassismus sei ein Teil der Gesellschaft.

Das Spitzenspiel zwischen Rekordtitelträger Juventus Turin und Meister Inter Mailand am kommenden Samstag in der Serie A soll im Fall rassistischer Fan-Kundgebungen sofort abgebrochen werden. Dies forderte Sergio Campana, der Chef der italienischen Fußballer-Gewerkschaft. "Es ist hart, ein Spiel abzubrechen. Aber wenn man das Böse besiegen will, sollten wir uns davor nicht fürchten", sagte Campana.

In Italiens Serie A sind rassistische Auswüchse schon an der Tagesordnung. Vor allem Inters dunkelhäutiger Stürmer Mario Balotelli ist ins Visier der "Juve"-Ultras geraten. Deswegen war Turin vergangene Woche zur Zahlung einer Geldstrafe von 20 000 Euro verurteilt worden. Am Sonntag wurde auch "Juve"-Spieler Mohamed Sissoko beim 0:2 in Cagliari beschimpft.

Nationaltrainer Marcello Lippi bezeichnete unterdessen Rassismus nicht als Problem des Fußballs, sondern der Gesellschaft. "Es gibt in Italien keinen Fall von Rassismus im Fußball", sagte der Weltmeistercoach von 2006 bei einem Auftritt vor Studenten in Vicenza: "Rassismus ist Teil der Gesellschaft, aber leider muss man darüber sprechen, wenn zehn oder zwanzig Idioten sich in einem Stadion Gehör verschaffen wollen."

© SID

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