Fußball
Kahn schwört Bayern nach CL-Sieg auf Bremen ein

Der kraftraubende Champions-League-Sieg in Lissabon war erst wenige Minuten alt, da kamen schon die ersten Kampfansagen an Werder Bremen.

dpa LISSABON. Der kraftraubende Champions-League-Sieg in Lissabon war erst wenige Minuten alt, da kamen schon die ersten Kampfansagen an Werder Bremen.

„Der Erste trifft auf den Zweiten. Es ist klar, dass es am Samstag heiß zur Sache gehen wird. Ich denke, wir werden einen Tick aggressiver dahin fahren als in den letzten Jahren“, kündigte Kapitän Oliver Kahn nach dem mit zehn Mann errungenen 1:0 (1:0)-Erfolg des FC Bayern München in der Champions League bei Sporting Lissabon an.

Beim Bankett im pompösen Ballsaal des Hotels Ritz war der Applaus der Edelfans für Kahn & Co. kaum verklungen, da formulierte auch Karl-Heinz Rummenigge bereits den nächsten Auftrag an die Profis des deutschen Meisters. „Leider können wir uns nicht lange feiern. Wir tun gut daran, jetzt an Bremen zu denken. Ich wünsche uns, dass wir am Samstagabend auch die Tabellenführung in der Bundesliga feiern können“, sagte der Vorstandsvorsitzende.

Nach dem Traumstart mit neun Punkten und 7:0 Toren in Europas Königsklasse will das Aushängeschild des deutschen Fußballs nun auch national wieder die Spitze erklimmen. Felix Magath war schon vor der Rückreise aus Lissabon „gedanklich in Bremen“, wo nach dem 4:2 gegen Hertha BSC und dem 1:0 gegen Sporting eine perfekte Bayern- Woche mit dem dritten „Dreier““ vollendet werden soll. „Wir hatten uns vorgenommen, drei Siege in acht Tagen zu holen. Ich bin sehr zuversichtlich, dass uns das gelingt“, verkündete der Trainer.

In Bremen wird neben dem in Lissabon von Magath „für Werder geschonten“ Roy Makaay auch Bastian Schweinsteiger wieder mit dabei sein. Der Nationalspieler erzielte gegen Sporting mit einem tollen Schuss aus 30 Metern das Siegtor (19.), ehe er sein Team kurz nach der Pause durch seine Gelb-Rote Karte schwächte (47.). „Die zweite gelbe Karte war mein Fehler, aber die erste war keine“, beklagte sich Schweinsteiger über Schiedsrichter Terje Hauge. Der 22-Jährige haderte heftig mit dem Norweger, der unter anderem auch Claudio Pizarro einen Elfmeter verwehrt hatte (13.). „Mir kam es vor, als wenn der Schiri Vorfahren aus Portugal hätte“, schimpfte er.

Das spektakuläre Tor wog für Magath den Platzverweis jedoch mehr als auf. „Ich muss Bastian nicht ins Gewissen reden“, sagte der Coach, der die Schusstechnik des Mittelfeldspielers in höchsten Tönen pries: „Schweini hat da eine außerordentliche Qualität erreicht.“

Auch im neuen FC Bayern mit drei Stürmern steckt viel Potenzial, das aber bei weitem noch nicht ausgereift ist. Wie die Münchner nach dem 1:0, als sie noch komplett waren, das Spiel aus der Hand gaben, rief Kahn auf den Plan. „Das war fast schon fatal, wie wir den Gegner aufgebaut haben. Erst zu zehnt hat wieder jeder richtig gearbeitet.“

Der prächtig haltende Torhüter, der sich nach dem Rücktritt aus der Nationalelf „mental viel fitter“ fühlt, forderte in den Bereichen „Disziplin und Konzentration“ eine deutliche Steigerung. „Wir müssen im Kopf brutaler mit uns selbst sein. Wenn ich 1:0 oder 2:0 führe, muss ich trotzdem weiterhin konsequent Fußball spielen. Das macht es letztendlich aus, wenn es dann im Achtelfinale, Viertelfinale oder Halbfinale um alles geht“, ermahnte Kahn seine Teamkollegen.

Nach fünf mageren Champions-League-Jahren seit dem Titelgewinn 2001 wollen die Bayern nämlich wieder etwas Großes erreichen. Schon das Vorrundenziel hat sich bei Halbzeit der Gruppenphase verändert. Das Weiterkommen in Gruppe B ist als souveräner Spitzenreiter (9 Punkte) vor Lissabon (4), Inter Mailand (3) und Spartak Moskau (1) nur noch Formsache. „Das Achtelfinale zu erreichen ist nicht mehr unser Ziel, sondern es als Erster zu erreichen“, betonte Magath. Mit einem Heimsieg ohne den gesperrten Schweinsteiger im Rückspiel gegen Sporting am 31. Oktober in München könnte bereits zwei Spiele vor Abschluss der Vorrunde Vollzug gemeldet werden.

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