Fußball
Letzte Ruhe in den Vereinsfarben

Echte Fußballfreunde würden für ihren Verein sterben. Für solche Fans gibt es jetzt ein spezielles Angebot: Sie können sich auf Fanfriedhöfen begraben lassen. Tolle Idee, finden sie – und reservieren sich schon jetzt ihr Grab. Mit Logo, Maskottchen und Vereinsfarben.

KÖLN. Die Stadt Köln hat eine halbe Ewigkeit gebraucht. Schon vor drei Jahren trat Josef Terfrüchte, Geschäftsführer der Kölner Friedhofsgärtnergenossenschaft, mit der Idee eines Gräberfelds für die Fans des 1. FC Köln an die Verwaltung heran. Jetzt hat die Stadt auf dem Friedhof Melaten immerhin den sogenannten „Partnergarten“ genehmigt. Dort können sich auf rund 350 Quadratmetern Fläche Menschen in Gemeinschaftsgräbern bestatten und das Grab thematisch gestalten lassen, zum Beispiel mit dem Maskottchen ihres Lieblingsvereins als Grabstein – einem Geißbock in Marmor.

Im Kölner Partnergarten passen bis zu acht Urnen in ein Grab. „Dort können FC-Fans gemeinsam liegen, aber auch die Mitglieder eines Karnevalsvereins oder eines Kegelklubs“, sagt Terfrüchte. Er plant bereits die Zukunft: „Mein Fernziel ist ein ausgewiesener Friedhofsbereich nur für FC-Fans.“

Die Bestattung in den Farben des Lieblingsklubs kommt in Mode. Nur noch wenige Vereine zeigen Berührungsängste, wenn es um das Thema Tod geht. „Unsere Anhänger sollen gebührend beerdigt werden können. Ein FC-Friedhof kann die Gedanken an den eigenen Tod ein wenig aufhellen“, sagt der Fanbeauftragte Rainer Mendel.

Noch vor einem Jahr stellte ein solches Ansinnen für den Verein einen Tabubruch dar. Damals untersagte der Klub dem Beerdigungsinstitut Christoph Kuckelkorn Bestattungen mit Motiven des Erstligisten. „Die konnten sich nicht entscheiden, ob sie den Klub überhaupt im Umfeld von Tod und Bestattung sehen wollten. Bei einem sportlichen Abstieg erhält ein Sarg auch eine negative Symbolkraft für den Verein“, sagt Kuckelkorn. Auf die FC-Bestattungen verzichtete er trotzdem nicht: „Das kommt ein bis zweimal im Jahr vor. Die Hinterbliebenen bringen ihre Aufkleber und Schals als Sargschmuck dann selbst mit.“

Am fortschrittlichsten zeigt sich der Hamburger SV. Seit knapp einem Jahr haben seine Fans die Möglichkeit, sich auf dem „Grabfeld HSV“ in unmittelbarer Nähe der HSH Nordbank Arena beisetzen zu lassen. Auf dem Hauptfriedhof Altona markiert ein Beton-Tor das Gelände, dessen Gräberreihen wie eine Fankurve angelegt sind.

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