Fußball National
Zwanziger mit "Wett-Urteil" zufrieden

Laut Dr. Theo Zwanziger habe das Bundesverfassungsgericht hinsichtlich des Staatsmonopols auf Sportwetten "eine kluge Entscheidung getroffen". Jetzt müsse "eine saubere Neuregelung auf den Tisch", so der DFB-Präsident.

Mit dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts zum staatlichen Monopol auf Sportwetten kann Dr. Theo Zwanziger als Geschäftsführender DFB-Präsident sehr gut leben. Nun müsse bis Ende 2007 "eine tragfähige Lösung" gefunden werden.

Frage: "Das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe hat am Dienstag das staatliche Wettmonopol nicht gekippt, aber an Auflagen geknüpft. Wie bewerten Sie das Urteil?"

Zwanziger: "Das Bundesverfassungsgericht hat eine kluge Entscheidung getroffen. Nun muss bis zum 31.12.2007 eine saubere Neuregelung auf den Tisch. Man geht im Sportwettenbereich von unterschiedlichen Zielsetzungen aus. Auf der einen Seite hat man es mit Einnahmen zu tun, die man erzielen will. Auf der anderen Seite geht es darum, die Spielsucht zu bekämpfen und Manipulationen des Spielbetriebs zu verhindern. Das Bundesverfassungsgericht hat da keinen Schnellschuss gemacht und die bestehenden Regeln nicht aus den Angeln gehoben. Aber die Richter haben deutlich gemacht, dass ein Nebeneinander von Suchtbekämpfung und Gewinnmaximierung so nicht geht."

Frage: "Der Fußball würde wohl nur dann von dem Urteil profitieren, wenn es zu Beginn des Jahres 2008 eine Konzentration auf mehrere große Wettanbieter gäbe und jeder einen prozentualen Anteil an den DFB und Liga abführen müsste. Schließlich müsste der Staat Gewinneinbußen hinnehmen, wenn am Wettmonopol festgehalten und dafür ab 2008 die Werbung massiv einschränkt wird. Dem Sport würde damit weniger Geld zufließen..."

Zwanziger: "Es muss Wert darauf gelegt werden, dass der Fußball im Profi- und Ligabereich geschützt wird. Da geht es nicht nur um den Schutz vor Manipulationen, da spielt auch der wirtschaftliche Gedanke eine Rolle. Mit allen Beteiligten müssen Gespräche geführt werden, um bis zum 31. Dezember 2007 eine tragfähige Lösung zu finden. Die Länder müssen prüfen, ob es überhaupt praktizierbar ist, das staatliche Monopol zur Bekämpfung der Spielsucht aufrecht zu erhalten. Ich halte eher den zweiten Weg für praktikabel. Da wird sich dann auch der Fußball wiederfinden."

Frage: "Was heißt das aus der Sicht des Fußballs konkret?"

Zwanziger: "Wir wollen gleiche Rahmenbedingungen für alle, egal ob die Wetten aus dem Inland oder dem Ausland platziert werden. Nur dann ist die Gewähr gegeben, dass Sportwetten in verantwortbarer Weise angeboten und mit gerechten Erlösen für die Veranstalter und den gemeinnützigen Sport verbunden werden können."

Frage: "Oddset ist nationaler Förderer der Fußball-WM in Deutschland. Befürchten Sie, dass es aufgrund des Richterspruchs und der Minimierung der Werbeeinnahmen zu Nachverhandlungen mit dem OK kommen könnte?"

Zwanziger: "Der Vertrag mit Oddset läuft bis zum Ende der WM. Es gibt überhaupt keinen Grund für neue Gespräche, da das Bundesverfassungsgericht den Status Quo ja bis 31.12.2007 aufrecht erhalten hat."

© SID

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