Fußball Nationalmannschaft
Adler fliegt hoch, Marin muss noch kämpfen

In Rene Adler und Marko Marin stehen zwei komplette Neulinge im vorläufigen EM-Kader. Während Adler den Platz sicher hat, muss sich der Gladbacher Marin auf Mallorca noch bewähren.

Die beiden absoluten Neulinge waren wohl selber am meisten überrascht: Nach der überraschenden Berufung von Marko Marin und Rene Adler in den vorläufigen Kader für die EM-Endrunde in Österreich und der Schweiz (7. bis 29. Juni) schwebten die beiden Youngster von Bayer Leverkusen und Zweitliga-Aufsteiger Borussia Mönchengladbach auf Wolke sieben. Ohne jemals im Kader der DFB-Auswahl gestanden zu haben, wurden sie von Löw bei der Präsentation auf der Zugspitze quasi aus dem Hut gezaubert.

"Ich freue mich riesig. Ein Traum ist für mich in Erfüllung gegangen", sagte der Leverkusener Schlussmann Rene Adler, der seinen Rivalen Timo Hildebrand auf der Zielgerade ausbremste. Zuletzt hatte sich sogar "Kaiser" Franz Beckenbauer für den 23 Jahre alten Überflieger stark gemacht. Damit dürfte die Zukunft im Tor der Nationalmannschaft eingeläutet sein. Adler, der seit 15 Monaten mit zum Teil Weltklasseleistungen bei Bayer überzeugt, steht neben dem nicht nominierten Schalker Manuel Neuer für die nächste Generation im deutschen Tor.

"Ich bin in der Bundesliga noch nicht so lange dabei, aber in den letzten Monaten lief es reibungslos. Ich konzentriere mich jetzt auf das Spiel gegen Werder, dann freue ich mich auf die EM", so Adler weiter. Bundestorwarttrainer Andreas Köpke, der Adler am Freitag informierte, begründete die Berufung mit den konstant guten Leistungen des gebürtigen Leipzigers: "Er ist ein junger Spieler, der es verdient hat, bei dem Turnier dabei zu sein."

Marin freut sich auf Mallorca

Noch überraschender kam die vorläufige Nominierung für Marin, der erst am Freitag um 12.15 Uhr via Telefon von Löw die freudige Nachricht erhalten hatte. "Ich bin überglücklich und konnte es kaum glauben. Das muss ich alles erst einmal verarbeiten. Ich bin auf die zwölf Tage auf Mallorca gespannt."

Der 19-Jährige, der gerade einmal vier Bundesliga- und fünf U21-Länderspiele absolviert hat, muss im Gegensatz zu Adler allerdings um seine EM-Teilnahme noch zittern, da noch drei Feldspieler aus dem endgültigen Aufgebot gestrichen werden.

"Marko Marin hatten wir schon länger auf der Liste. Nach jeder Beobachtung kamen positive Rückmeldungen. Mich hat er am vergangenen Sonntag beim Spiel gegen Wehen überzeugt, als ich selbst auf der Tribüne saß. Er ist besonders in Eins-zu-eins-Situationen stark. Sicher ist es für ihn ein Sprung ins kalte Wasser. Er ist noch jung und muss noch lernen. Aber er hat etwas Besonderes. Ich hoffe, dass er die Frechheit auf dem Platz auch bei uns beibehält", beschrieb Löw die Stärken des Youngsters, dessen Nominierung an den Coup seines Vorgängers Jürgen Klinsmann erinnert, der vor der WM 2006 mit der Berufung des damaligen Dortmunders David Odonkor überrascht hatte.

Auf Mallorca wird Löw dann erstmals Marin selbst im Training zu Gesicht bekommen. "Ich bin froh, dass Oliver Neuville auch dabei ist. Er kann mir sehr viel helfen", meinte Marin mit Blick auf das Vorbereitungscamp im sonnigen Süden.

© SID

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