Fußball Nationalmannschaft
DFB-Frauen nehmen Fahrt Richtung WM auf

Die Frauen-Nationalmannschaft des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) hat sich im Rahmen der Vorbereitung auf die WM in China formstark präsentiert. In Magdeburg gewann der Welt- und Europameister 4:0 (2:0) gegen Dänemark.

Rund sechs Wochen vor dem Beginn der Weltmeisterschaft in China (10. bis 30. September) hat sich die deutsche Frauen-Nationalmannschaft in starker Verfassung präsentiert. Beim Härtetest gegen Dänemark setzte sich der amtierende Welt- und Europameister in Magdeburg mit 4:0 (2:0) durch.

43 Tage vor dem WM-Auftaktspiel begann das Team von DFB-Trainerin Sylvia Neid die unmittelbare Vorbereitung auf die Titelkämpfe in China mit einem überzeugenden Auftritt. Die dänische Keeperin Heidi Johansen (13.) mit einem unglücklichen Eigentor, Rekordschützin Birgit Prinz (20.), Fatmire Bajramaj (73.) sowie Conny Pohlers (89.) sorgten vor 10 735 Zuschauern im Regen von Magdeburg für den Erfolg gegen den Weltranglistensechsten.

"Gerade mit der ersten Halbzeit war ich sehr zufrieden. Wir haben intelligent und mit viel Raffinesse nach vorne gespielt und auch das Mittelfeldpressing gut umgesetzt", sagte Neid und bedachte Torhüterin Nadine Angerer, die sechs Wochen vor WM-Beginn mit Silke Rottenberg um die Nummer eins im deutschen Tor kämpft, mit einem Sonderlob: "Obwohl sie lange nichts zu tun bekommen hat, war sie in den entscheidenden Momenten hellwach. Wir haben zu Null gespielt und sie hat ihre Aufgabe dabei voll erfüllt."

Glück beim Führungstreffer

Die erstmals mit den neuen WM-Trikots angetretenen Gastgeberinnen hatten nur in den ersten zehn Minuten Probleme gegen die ballsicheren Gäste. Der erste Torschuss der starken Mittelfeldspielerin Melanie Behringer (10.) war das Signal für den Weltmeister, der fortan das Spiel mit einem wahren Kombinationswirbel beherrschte. Die Führung fiel dann allerdings etwas glücklich, als Behringers Schuss von der Lattenunterkante an den Rücken der dänischen Keeperin und von dort ins Tor prallte.

Nach einem Abseitstor von Sandra Smisek (13.) leistete Kerstin Garefrekes mit einer feinen Einzeleistung die Vorarbeit zum 2:0 - Prinz brauchte nur noch zu ihrem 106. Länderspieltor einzuschieben. Danach begeisterten die deutschen Frauen mit ihren blitzschnellen Kontern und Chancen im Minutentakt, versäumten es dabei aber gegen den überforderten Gegner, die Führung weiter auszubauen. Die Hoffnung von Bundestrainerin Sylvia Neid, dass "uns die Däninnen unsere derzeitigen Grenzen aufzeigen", erfüllte sich in keiner Phase.

Nach der Pause stellte Neid die Mannschaft auf mehreren Positionen um. Durch die folgenden Abstimmungsprobleme kamen die jetzt aktiveren Gäste etwas besser ins Spiel. Der elfte Sieg im 17. Duell gegen den WM-Konkurrenten Dänemark geriet bei der Länderspiel-Premiere im neuen Stadion von Magdeburg jedoch nie in Gefahr, vielmehr entsprang einer tollen Kombination das hochverdiente 3:0. Herausragende Spielerinnen in einer vor allem in der ersten Hälfte wie aus einem Guss spielenden deutschen Mannschaft waren neben der an fast allen gefährlichen Situationen beteiligten Prinz die zur Pause ausgewechselte Behringer und Garefrekes.

Zu viele ausgelassene Chancen

Störend war beim viertletzten WM-Test neben der ungenügenden Chancenverwertung nur die die Diskussionen um die "T-Frage". Neid hat die Entscheidung über die Nummer 1 vertagt - gegen Dänemark stand die bisherige Ersatzkeeperin Nadine Angerer im Tor und wirkte dabei zumeist souverän. Beim nächsten Test am Donnerstag in Gera (17.20 Uhr) gegen Tschechien soll trotzdem Stammtorhüterin Silke Rottenberg nach sieben Monaten Verletzungspause ihr Comeback feiern. Beide Torfrauen hatten ganz im Stil des Duells Kahn gegen Lehmann offen Ansprüche auf den Stammplatz zwischen den Pfosten angemeldet.

© SID

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