Fußball Nationalmannschaft
Kader für die Asien-Reise verkleinert sich rasant

Bundestrainer Joachim Löw muss bei der Asien-Reise der deutschen Nationalmannschaft einige personelle Baustellen bearbeiten. So fehlen je vier Leverkusener und Bremer.

Die Asienreise der deutschen Nationalmannschaft vom 26. Mai bis 3. Juni wird sportlich zur Farce. Nach den Absagen von DFB-Kapitän Michael Ballack und Christoph Metzelder fallen die Nationalspieler der DFB-Pokal-Finalisten Bayer Leverkusen und Werder Bremen für die anstehenden Spiele gegen China in Shanghai (29. Mai) und in Dubai gegen die Vereinigten Arabischen Emirate (2. Juni) aus. Damit reist im besten Fall eine deutsche B-Elf nach Asien.

"Aus sportlicher Sicht ist der Termin der Asienreise sicher nicht der Optimale", sagte Theo Zwanziger, Präsident des Deutschen Fußball-Bundes (DFB), mit Blick auf die bereits zu diesem Zeitpunkt zahlreichen Ausfälle für die sportpolitisch wichtige Reise nach Fernost. Nationalmannschaftsmanager Oliver Bierhoff wollte trotz der weiteren Ausfälle noch nicht schwarzmalen: "Wir haben beschlossen, die Situation abzuwarten."

Nachdem bereits am Dienstagabend nach dem 4:1 n.V. von Bayer im Pokal-Halbfinale gegen den Zweitligisten FSV Mainz festgestanden hatte, dass die Leverkusener Rene Adler, Simon Rolfes, Patrick Helmes, Stefan Kießling die Reise nicht mit antreten können, erweiterte sich 24 Stunden später die Ausfallliste durch die Nationalspieler des zweiten Pokalfinalisten Bremen, der sich beim Hamburger SV 3:1 im Elfmeterschießen durchsetzte. Das Pokalfinale findet am 30. Mai im Berliner Olympiastadion statt. Torwart Tim Wiese, Per Mertesacker, Torsten Frings und Clemens Fritz werden deshalb Löw nicht zur Verfügung stehen.

Größtes Problem droht im Tor

Für Bundestorwarttrainer Andreas Köpke, dem wegen einer möglichen Relegation der gefühlten Nummer eins Robert Enke mit Hannover 96 zudem ein großes Problem im Tor der DFB-Auswahl droht, ist klar, "dass die Jungens lieber ein Pokalfinale bestreiten würden, als an der Asienreise teilzunehmen." Allerdings glaubt auch Köpke, dass der DFB trotz der Ausfälle der Torleute Adler und Wiese eine schlagkräftige Mannschaft auf die Reise schicken kann. "Wir werden Lösungen finden, da bin ich mir ganz sicher", sagte der Europameister von 1996.

Hinzu kommt, dass Löw wegen der vom 15. bis 29. Juni in Schweden anstehenden EM auf die U21-Nationalspieler verzichtet. So werden Manuel Neuer (Schalke 04), Marko Marin, Alexander Baumjohann (beide Borussia Mönchengladbach), Andreas Beck (1 899 Hoffenheim), Serdar Tasci, Sami Khedira (beide VfB Stuttgart) und der Bremer Mesuit Özil für die U21-EM abgestellt. "Die U21-EM genießt bei uns eine höhere Priorität als die Asienreise der Nationalmannschaft", sagte Löw, dem damit vermutlich mehr als ein Dutzend potenzielle Stammkräfte fehlen werden.

So dürfen sich die zuletzt nicht mehr berücksichtigten Robert Huth (FC Middlesbrough) und Jermaine Jones (Schalke 04) berechtigte Hoffnungen machen, in die DFB-Auswahl zurückzukehren. Chancen auf eine Nominierung haben zudem Frankfurts Rechtsverteidiger Patrick Ochs sowie Christian Gentner von Tabellenführer VfL Wolfsburg. "Man hat dann mal die Möglichkeit, zu sehen, wie sich einige Kandidaten, die man noch nicht so gut kennt, im Kreis der Nationalmannschaft verhalten", sagte Löw.

© SID

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