Fußball Nationalmannschaft
Löw: "Das wird ein hochintensives Spiel"

Im EM-Test gegen die Schweiz stehen die Nationalspieler einmal mehr unter besonderer Beobachtung: "Es gibt eine Menge Fragen, auf die wir Antworten erwarten", so Bundestrainer Löw.

Joachim Löw verschärft 75 Tage vor EM-Beginn den Ton und zieht die Zügel an. Der Bundestrainer stellt seine Kandidaten beim Härtetest gegen die Schweiz auf den Prüfstand. "Die Partie gegen die Schweiz ist das letzte Spiel vor der Nominierung. Es gibt eine Menge Fragen, auf die wir Antworten erwarten. Das wird ein hochintensives Spiel. Denn für mich ist die Schweiz, die sich in Basel eine Festung aufbaut, ein EM-Mitfavorit", sagte Löw vor dem 800. Länderspiel einer deutschen Nationalmannschaft und dem 50. Aufeinandertreffen mit den Eidgenossen am Mittwoch (20.45 Uhr/live im ZDF) im Basler St. Jakob-Park.

Für die Nationalspieler ist damit weniger als zwei Monate vor der Kaderbekanntgabe für die Euro 2008 in Österreich und der Schweiz (7. bis 29. Juni) am 16. Mai auf der Zugspitze die Schonzeit endgültig vorbei. Doch weder die schwachen Auftritt zuletzt gegen Wales (0:0) in Frankfurt und gegen EM-Co-Gastgeber Österreich in Wien (3:0) noch die anhaltenden Verletzungs- und Formsorgen einiger Akteure irritieren den äußerlich sehr gelassenen Bundestrainer, der vor seinem ersten großen Turnier als Chef der Auswahl des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) steht.

Löw erwartet Steigerung zum Spiel gegen Österreich

"Natürlich müssen wir uns im Vergleich zum Spiel gegen Österreich steigern, da haben wir vor allem in der ersten Halbzeit ganz schlecht ausgesehen. Aber so ein Spiel wie gegen Österreich muss man der Mannschaft in zwei Jahren auch mal zugestehen. Nur weil wir unsere Leistung nicht abgerufen haben, werde ich jetzt nicht nervös", sagte der 48-Jährige, der am frühen Montagmorgen aber gleich eine neuerliche Hiobsbotschaft hinnehmen musste.

Denn der zum ersten Mal seit der WM 2006 wieder nominierte Robert Huth vom FC Middlesbrough musste nach einer Untersuchung bei Nationalmannschafts-Arzt Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt sein Comeback wegen einer Knöchelverletzung absagen. Der auch als Ersatz für den derzeit angeschlagenen Christoph Metzelder gedachte Huth muss damit seine EM-Hoffnungen wohl begraben. "Natürlich bin ich enttäuscht, dass ich mein Comeback in der Nationalmannschaft verschieben muss. Ich hoffe, dass ich für die EM noch eine Chance erhalte", sagte der 23 Jahre alte Verteidiger.

Baustellen in der Defensive, Aufbauarbeit im Mittelfeld

Bis auf den Angriff hat Löw derzeit mit allerlei Baustellen zu kämpfen. In der Abwehr bereiten die Verletzung von Metzelder sowie die weiterhin diskutierte Torwartfrage Probleme. Dass Jens Lehmann beim FC Arsenal weiterhin nur auf der Bank sitzt, Timo Hildebrand beim FC Valencia einigen Leistungsschwankungen unterworfen ist und Robert Enke im Moment auch nicht die Form der Hinrunde hat, lässt die derzeit überragenden Nachwuchskeeper Manuel Neuer (Schalke 04) und Rene Adler (Bayer Leverkusen) noch von der EM träumen.

"Wir nehmen uns bis Mitte Mai Zeit, um die Torhüter genau unter die Lupe zu nehmen. Adler und Neuer haben in der Bundesliga sehr gute Leistungen gezeigt", erklärte Löw, der in Basel aber zunächst noch einige Gespräche mit Lehmann, Hildebrand und Enke führen will. Ein Fingerzeig wird auch die Leistung von Lehmann sein, der Anfang Februar gegen Österreich einen ganz schwachen Tag erwischt hatte. "Er weiß, dass er gegen die Schweiz wieder vermehrt Einfluss auf die Abwehr zu nehmen hat. Aber nach einem Spiel gibt es noch keinen Grund, an Jens zu zweifeln. Wir glauben an seine Stärke", sagte Löw.

Im Mittelfeld muss der Bundestrainer derweil Aufbauarbeit leisten, um die derzeit formschwachen Bernd Schneider und Bastian Schweinsteiger sowie den gerade wiedergenesenen, aber für das Schweiz-Spiel noch nicht nominierten Torsten Frings rechtzeitig bis zum ersten EM-Spiel gegen Polen am 8. Juni in Klagenfurt in Form zu bringen. "Torsten Frings hat am Sonntag ja schon wieder gespielt. An der Qualität von Bastian Schweinsteiger haben wir keinen Zweifel. Und einen Bernd Schneider brauchen wir wegen seiner Spielintelligenz", meinte Löw.

© SID

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