Fußball Nationalmannschaft
Löw kennt die Schwächen der Tschechen

Beim EM-Qualifikationsspiel in Prag gegen Tschechien setzt Bundestrainer Joachim Löw auf eine gezielte Vorbereitung. Gemeinsam mit Scout Urs Siegenthaler hat er Schwächen in der Defensive des Gegners ausgemacht.

Bundestrainer Joachim Löw überlässt vor dem EM-Qualifikationsspiel in Prag gegen Tschechien (Samstag, 20.45 Uhr/live in der ARD) nichts dem Zufall. Löw setzt dabei im Vorfeld auf eine gezielte Vorbereitung via Video. "Wir haben einige Details gesehen, wo wir sie verletzen können", berichtete der Bundestrainer zwei Tage vor dem Abflug am Freitag.

Am Mittwochmorgen hatte der 47-Jährige seiner Mannschaft gemeinsam mit DFB-Chefscout Urs Siegenthaler Videosequenzen der Tschechen vorgeführt, bei denen vor allem Unzulänglichkeiten im Defensivspiel des vornehmlich offensiv ausgerichteten Gegners aufgedeckt wurden.

"Schweini" will Schwächen ausnutzen

"Wir wissen jetzt, wo die Schwächen bei den Tschechen sind und wollen diese gnadenlos ausnutzen. Im Training haben wir schon einige sehr gute Varianten einstudiert", meinte denn auch Bastian Schweinsteiger. Der Münchner betrachtet das Duell der beiden punktgleich führenden Teams in der Gruppe D zwar als einen "echten Prüfstein", die deutsche Mannschaft habe aber die große Chance auch auswärts zu zeigen, dass sie ein gutes Team sei.

Davon ist Löw überzeugt, der sich am Dienstag ebenso wie seine Spieler bei einem bunten Abend mit der U21 an den Zaubertricks des hessischen Magiers Wolff Baron Keyserlingk erfreut hatte. Dass die A-Nationalspieler bei der anschließenden Pokerrunde mit Spielgeld gegen die Junioren in der Endabrechung den Kürzeren zogen, nahm der Bundestrainer mit Humor.

Weniger zum Lachen fand Löw, dass Kevin Kuranyi die Trainingseinheit am Mittwochmorgen bei teilweise heftigem Schneeregen nicht mitmachen konnte. "Er hat eine Verspannung im Nacken, aber ich gehe davon aus, dass er am Samstag dabei ist", meinte der Bundestrainer, der sich frühzeitig auf die Sturmformation mit dem angeschlagenen Schalker und Lukas Podolski festgelegt hat.

Nach Angaben von Löw steht auch einem Einsatz von Christoph Metzelder, der trotz geschwollenen Auges die bisherigen Trainingseinheiten mit angezogener Handbremse (ohne Zweikämpfe und Kopfbälle) mitmachen konnte, nichts im Wege. "Bis Samstag wird er wieder voll einsatzfähig sein", sagte Löw.

Dem Dortmunder kommt in Prag möglicherweise eine Schlüsselrolle zu, denn keiner kennt aus gemeinsamen BVB-Zeiten den tschechischen Sturmtank Jan Koller besser als Metzelder. "Es ist enorm wichtig, dass wir uns Koller gegenüber richtig verhalten. Solche Typen hat nicht jeder Gegner in seinen Reihen. Er provoziert viele Freistöße, legt gut auf seine Mitspieler ab und ist im Luftkampf sehr stark", beschrieb Löw die Stärken des früheren Bundesligaprofis.

Lehmann warnt vor Rosicky und Baros

"Tschechien ist nicht nur Jan Koller", sagte allerdings Torwart Jens Lehmann, der seinem ehemaligen Dortmunder und jetzigem Londoner Teamgefährten Tomas Rosicky oder auch Milan Baros ebenso zutraut, alleine ein Spiel zu entscheiden.

"Die Tschechen sind insgesamt eine technisch versierte und gut organisierte Mannschaft, die zu den besten in Europa zählt", beschrieb Löw den Kontrahenten und forderte deshalb von seiner Mannschaft höchste Konzentration: "Wichtig gegen die Tschechen ist das schnelle Umschalten von Defensive auf Offensive und umgekehrt. Nur wenn uns das gelingt, können wir ihnen gefährlich werden."

Dass in der deutschen Startformation vermutlich sieben Akteure stehen werden, die im Juni 2004 bei der blamablen 1:2-Pleite gegen eine tschechische B-Elf zum Abschluss der EM-Vorrunde in Portugal mit dem folgenden Rücktritt von Rudi Völler als Teamchef bereits dabei waren, war aber selbst dem Bundestrainer nicht bewusst.

"Daran habe ich gar nicht gedacht, aber das spielt auch keine Rolle. Wir haben heute ein ganz andere Mannschaft als damals. Bei der Euro in Portugal waren wir schlecht. Mittlerweile treten wir nach den guten Leistungen beim Confed-Cup und vor allem bei der WM wieder mit einem ganz anderen Selbstbewusstsein auf", sagte Löw.

Und Schweinsteiger, neben Frings, Schneider, Lahm, Ballack, Kuranyi und Podolski einer der Euro-Versager vom Sommer 2004, ergänzte: "Das ist abgehakt. Wir haben neue Ziele, die wir erreichen wollen."

© SID

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