Fußball Nationalmannschaft
Übergang zur Tagesordnung fällt DFB-Elf schwer

Auch vier Tage danach kreisen die Gedanken der DFB-Delegation nur um den Tod von Robert Enke. Dennoch laufen die Vorbereitungen auf den Test gegen die Elfenbeinküste langsam an.

Mit einer bewegenden Todesanzeige hat die deutsche Nationalmannschaft Robert Enke gedacht. "Wir sind alle geschockt. Uns fehlen die Worte. Bei uns herrscht Fassungslosigkeit und Bestürzung. Er wird noch lange anhalten, dieser Zustand der stillen Trauer über diesen unbegreiflichen, viel zu frühen Tod", heißt es unter anderem in der von Bundestrainer Joachim Löw, Teammanager Oliver Bierhoff und Kapitän Michael Ballack gezeichneten Anzeige, die einen Tag vor der Trauerfeier für den Nationaltorwart in Hannovers Stadion in vielen deutschen Tageszeitungen erschien. Enke hatte sich am Dienstag im Alter von 32 Jahren das Leben genommen und damit nicht nur die Nationalmannschaft in einen Schockzustand versetzt.

Dass die Mannschaft und der Trainerstab angesichts dieser Umstände am Sonntagnachmittag in Düsseldorf die Vorbereitung auf das letzte Länderspiel des Jahres gegen die Elfenbeinküste aufnimmt, ist schwer vorstellbar. "Niemand von uns fühlt sich in der Lage, in dieser Situation einfach zur Tagesordnung überzugehen. Das ist ein Moment, bei dem man auch im Fußball innehalten muss", heißt es in der Todesanzeige weiter. Alleine durch diese Worte wird deutlich, wie schwierig der Spagat zwischen Trauerarbeit und Normalität wird, den die DFB-Auswahl vor dem Spiel gegen die Elfenbeinküste in Gelsenkirchen am Mittwoch (20.45 Uhr/live in der ARD) versucht.

Geplante Normalität ab Montag

Der komplette DFB-Tross wird am Sonntagmittag von Hannover aus nach Düsseldorf fliegen, wo am Nachmittag bereits eine Trainingseinheit im Mannschaftsquartier auf dem Programm steht. Ab Montag werden dann auch wieder die üblichen Pressekonferenzen stattfinden, Einzelinterviews werden die Spieler vor dem Anpfiff aber nicht geben.

Während der kommenden Tage wird nicht nur Löw vermehrt das Gespräch mit den Spielern suchen, sondern auch Team-Psychologe Hans-Dieter Hermann, der den Akteuren jegliche Unterstützung angeboten hat - sofern sie es wünschen. Der Fußball wird auch in den kommenden Tagen im Hintergrund stehen, zumal vor dem Anpfiff in der Schalke-Arena noch einmal Robert Enke gedacht wird.

Der sportliche Stellenwert des Kräftemessens mit den Ivorern ist angesichts des schrecklichen Ereignisses vom vergangenen Dienstag ohnehin fraglich. Dies ist auch Joachim Löw bewusst, der sich aber trotz der traurigen Umstände mit Blick auf die WM-Endrunde 2010 in Südafrika den ein oder anderen Hinweis erhofft. So soll der Bremer Offensivspieler Aaron Hunt bei seinem ersten Einsatz in der A-Mannschaft den Nachweis seiner Klasse bringen.

Neuer und Wiese könnten sich Länderspiel teilen

Im Tor wird Lokalmatador Manuel Neuer beginnen, der möglicherweise in der zweiten Hälfte von Tim Wiese abgelöst wird. Der Bremer sollte eigentlich am Samstag in Köln gegen Chile sein erstes Länderspiel von Beginn an bestreiten. Diese Begegnung war aber nach dem Suizid von Enke abgesagt worden.

Gegen die Elfenbeinküste kann Löw auch auf Miroslav Klose, dessen Söhne Luan und Noah an der Schweinegrippe erkrankt sind, zurückgreifen. Der Torjäger von Bayern München wurde aus der Quarantäne entlassen, nachdem bei ihm nach Ablauf der viertägigen Inkubationszeit keine Symptome aufgetreten waren. Sein Comeback wird am Mittwoch voraussichtlich der Leverkusener Stefan Kießling feiern, der erstmals seit Februar diesen Jahres wieder eingeladen wurde.

© SID

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