Fußball Spanien
"Barca" und Real im Gleichschritt

Der FC Barcelona und Real Madrid geben sich in der Primera Division keine Blöße. Während "Barca" in Getafe 2:0 gewann, siegte der Rekordmeister 3:0 beim Stadtrivalen Espanyol.

Die Tränen von Lionel Messi waren getrocknet, Cristiano Ronaldo traf erneut gegen die erdrückende Last der 94-Millionen-Ablöse: Wie Franck Ribery bei Bayern München waren die beiden derzeit größten Stars im Weltfußball zwischen WM-Qualifikation- und Champions-League-Auftakt nur Joker. Wie Ribery verbreiteten sie auch als Teilzeitarbeiter Glanz und wurden nach ihrer Einwechslung als Torschützen zu mitentscheidenden Spielern.

Auch wegen seiner Superstars marschieren die Starensembles vom FC Barcelona und Real Madrid direkt zum Saisonstart im Gleichschritt an die Spitze der spanischen Primera Division. Champions-League-Sieger "Barca" siegte mit 2:0 (0:0) bei Auftakt-Tabellenführer FC Getafe, Rekordmeister Madrid verdarb dessen Stadtrivale Espanyol Barcelona durch den 3:0 (1:0)-Erfolg die Premieren-Feier im neuen Cornella-El-Prat-Stadion. Mit sechs Punkten aus zwei Spielen haben beide Teams bisher die Ideal-Ausbeute auf dem Konto.

Iniesta gibt Comeback nach Verletzungspause

Dabei haben die Erzrivalen auch die Rotation für sich entdeckt und konnten sich erlauben, ihre Ausnahmekünstler zunächst auf der Bank zu lassen. Bei "Barca" kam Messi nach einer frustrierenden Woche bei der argentinischen Nationalmannschaft mit zwei Niederlagen und dem WM-Aus vor Augen erst in der 58. Minute.

Die zeitgleiche Einwechslung des Dribbelkünstlers und des zuvor drei Monate verletzten spanischen Europameisters Andres Iniesta gab dem Spiel der Katalanen nach zwei Pfostenschüssen Getafes aber den entscheidenden Impuls. Star-Einkauf Zlatan Ibrahimovic (66.) und Messi (80.) schossen schließlich den Sieg heraus.

"Messi lächelt wieder", schrieb die Sporttageszeitung As. "Dieses Barca ist sogar immun gegen das Fifa-Virus", lästerte die Marca. Denn auch in Spanien wird die von Bayern-Manager Uli Hoeneß forcierte Diskussion über den Terminplan des Weltverbandes und damit verbundene Reisestrapazen und Verletzungsprobleme der Profis leidenschaftlich geführt. Barcelonas Trainer Josep Guardiola ließ vier Tage vor dem schweren Champions-League-Auftakt beim italienischen Serienmeister Inter Mailand in Thierry Henry einen Star sogar 90 Minuten auf der Bank.

Metzelder stand in Madrids Startelf

Sein Real-Kollege Manuel Pellegrini nahm drei Tage vor dem Königsklassen-Spiel beim FC Zürich gleich vier Änderungen gegenüber dem 3:2 gegen Deportivo La Coruna vor. Unter anderem rückte der deutsche Nationalverteidiger Christoph Metzelder ins Team. Cristiano Ronaldo kam erst in der 67. Minute, Raul sogar erst neun Minuten später. Zum entscheidenden Mann wurde dann eben der frühere Weltfußballer Kaka.

"Der geniale Kaka führt die weiße Tormaschine an", meinte Marca angesichts von zwei Vorlagen des 65-Millionen-Einkaufs vom AC Mailand. "Real haut Espanyol um. Die Rotation hat funktioniert", schrieb As. Nach dem Führungstreffer von Granero (39.) hatte Guti für die Vorentscheidung gesorgt (77.), ehe Cristiano Ronaldo in der Schlussminute sein zweites Tor im zweiten Ligaspiel gelang.

"Ich glaube nicht, dass zu viel Druck auf seinen Schultern lastet", meinte Coach Pellegrini anerkennend: "Er muss sich an eine neue Liga gewöhnen und wird manchmal zu genau beobachtet. Aber er hat gegen La Coruna getroffen, und er hat heute getroffen."

© SID

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