Fußball Spanien
Real Madrid zum Auftakt gegen La-Coruna-Fluch

Zum Auftakt der spanischen Primera Division will Rekordmeister Real Madrid den La-Coruna-Fluch besiegen. Bei Deportivo sind die "Königlichen" seit 1991 sieglos.

Sie sind Titelverteidiger und Supercup-Sieger - normalerweise müsste der Fußball-Himmel im Land des Europameisters für Bernd Schuster und Real Madrid voller Geigen hängen. Doch vor dem Start der neuen Saison in der spanischen Primera Division sieht die Lage beim Rekordmeister nicht so rosig aus wie sie scheint. So muss Bernd Schuster zum Auftakt am Sonntag bei Angstgegner Deportivo La Coruna auf Neuzugang Rafael van der Vaart verzichten, der beim 4:2 im Supercup gegen den FC Valencia und Timo Hildebrand die Rote Karte sah. Ausgerechnet in La Coruna - in der galicischen Hafenstadt haben die "Königlichen" seit November 1991 nicht mehr gewinnen können, seit fünf Jahren setzte es nur Niederlagen.

Doch noch vielmehr Sorgen bereiten den "Königlichen" aber offenbar die Rohrkrepierer auf dem Transfermarkt, während der Erzrivale FC Barcelona mit Investitionen von 82 Mill. Euro voll zulangte. Schwer zu schlucken war vor allem die Bauchlandung im Gerangel mit Manchester United um Superstar Cristiano Ronaldo. Da konnte der Transfer von van der Vaart für 15 Mill. Euro vom Hamburger SV nicht wirklich ein Trost sein. "Wir werden uns weiter umsehen", sagte Schuster nach dem Gewinn des Supercups fast trotzig.

Real hatte für den portugiesischen Offensiv-Star angeblich eine Ablösesumme von 85 Mill. Euro geboten. Doch "Manu" blieb stur. Sportlich ist auch ein van der Vaart ein Gewinn. "Er hat sich sehr gut ins Team integriert. Solche Spieler haben es einfach: Mit ihrer Qualität und Technik passen sie in jede gute Mannschaft", sagte Schuster über den Niederländer.

"Barca"-Trainer Guardiola mit fünf neuen Spielern

Aber für das Selbstverständnis von Real Madrid muss neben den sportlichen Qualitäten auch das globale Image stimmen. Ein solches Paket ist derzeit eben nur Cristiano Ronaldo, der auf dem Feld sportliches Spektakel und im Merchandising satte Gewinne garantiert - wie seinerzeit Luis Figo, Zinedine Zidane oder David Beckham. Körbe bekam Schuster auch noch von EM-Torschützenkönig David Villa (FC Valencia) und Santi Cazorla (FC Villarreal).

Zu allem Überfluss muss der berühmteste Klub der Welt die Erfolge des Erzrivalen Barcelona auf dem Transfermarkt registrieren. Der Champions-League-Sieger von 2006 mistete seinen Kader zwar gehörig aus. Die Superstars Ronaldinho (AC Mailand/21 Mill. Euro) und Deco (FC Chelsea/10) mussten genauso gehen wie Gianluca Zambrotta (AC Mailand/8,5), Giovani (Tottenham/6), Oleguer (Ajax Amsterdam/3) und Edmilson (FC Villarreal/ablösefrei).

Doch dafür durfte der neue Trainer Josep "Pep" Guardiola nach Lust und Laune einkaufen: Dani Alves (FC Sevilla/32) als teuerster Transfer der Liga, Martin Caceres (FC Villarreal/16,5), der frühere Stuttgarter Alexander Hleb type="unknownISIN" value="FC Arsenal">(FC Arsenal/15), Seydou Keita (FC Sevilla/14) und Gerard Pique (Manchester United/5) wurden geholt.

Hildebrand ehrgeizig: " Wir wollen wieder oben angreifen"

Abgesehen vom FC Barcelona hielten sich die Vereine vor dieser Saison nach dem Kaufrausch im vergangenen Jahr (460 Mill. Euro) merklich zurück. Bisher gaben die 20 Klubs "nur" rund 250 Mill. Euro aus. Auch weil Real (noch) nicht richtig zum Zug kam.

Sportlich steht der ehemalige Stuttgarter Hildebrand nach einer schweren Saison, in der nur knapp der Klassenerhalt geschafft wurde, unter Druck. In dem Brasilianer Renan Brito holte Valencia einen neuen Konkurrenten im Kampf um die Nummer eins, und der Bronzemedaillen-Gewinner von Peking tönte bereits: "Ich bin sicher, dass ich der Beste sein werde."

Hildebrand, der seine Karriere in der Nationalmannschaft noch nicht abgehakt hat, sieht dem gelassen entgegen. "Ich gehe davon aus, dass ich die Nummer eins bin", sagte der 29-Jährige und hofft auf eine erfolgreiche Saison: "Wir haben jetzt einen super Trainer, die Mannschaft ist zusammengeblieben und unsere Stars sind noch an Bord. Wir wollen wieder oben angreifen."

Die Partien im Überblick: Espanyol Barcelona - Real Valladolid (heute, 20.00 Uhr), FC Valencia - Real Mallorca (heute, 22:00 Uhr), Athletic Bilbao - UD Almeria, CA Osasuna Pamplona - FC Villarreal, CD Numancia - FC Barcelona, Racing Santander - FC Sevilla, Sporting Gijon - Getafe, Betis Sevilla - Recreativo Huelva, Atletico Madrid - FC Malaga (alle Sonntag, 19.00 Uhr), Deportivo La Coruna - Real Madrid (Sonntag, 21.00 Uhr).

© SID

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