Fußball Spanien
Real-Pleite verleiht "Barca" keine Flügel

Der FC Barcelona konnte aus der 0:1-Niederlage von Real Madrid bei Deportivo La Coruna kaum Kapital schlagen. Bei UD Almeria reichte es für die Katalanen nur zu einem 2:2.

Real Madrid durchläuft momentan eine waschechte Formkrise. Nach dem Aus in der Champions League verlor das Team von Trainer Bernd Schuster beim Angstgegner Deportivo La Coruna 0:1 und kassierte die achte Niederlage im 15. Pflichtspiel des Jahres. Bereits seit 17 Partien warten die "Königlichen" auf einen Erfolg bei den Galiciern. "Was für ein Tabellenführer", sparte sogar das klubnahe Blatt Marca nicht mit Häme, während As meinte: "Deportivo lässt Schuster erröten. Das war eine fürchterliche Vorstellung."

Doch selbst diese Steilvorlage des Titelverteidigers konnte der ärgste Verfolger FC Barcelona nicht zu seinen Gunsten Nutzen. Die Katalanen kamen am Sonntag nicht über ein 2:2 (1:1) bei UD Almeria hinaus. Die Tore für "Barca" erzielten der 17-jährige Bojan Krkic (17.) und Samuel Eto'o (57.), für die Gastgeber glichen Ruben Pulido (33.) und Kalu Uche (85.) aus. Zuvor sah Barcelonas Gabriel Milito (72.) Gelb-Rot. Real hat nun noch sieben Punkte Vorsprung auf Schalkes nächsten Champions-League-Gegner.

Reals Formkurve zeigt deutlich nach unten

Beruhigend kann diese Führung aber nicht sein, denn die Formkurve der bereits in Pokal und Champions League gescheiterten Madrilenen zeigt deutlich nach unten. Schuster gab sich nach der erneuten Niederlage betont gelassen. "Ich mache mir keine großen Gedanken", sagte der Europameister von 1980: "Wir sind seit einigen Wochen Tabellenführer. Die Liga spielt im Moment ein bisschen verrückt, der Abstand wächst und schrumpft. Aber das einzige, was zählt, ist dass wir jede Woche auf diesem Tabellenplatz bleiben und auch am Ende der Saison dort stehen."

Die Niederlage durch das Eigentor von Innenverteidiger Pepe (57.) ordnete der Coach als unverdient ein: "Wir haben nicht gut gespielt, aber eigentlich war es ein typisches 0:0." Bereits vor dem Spiel hatte der Deutsche bei Nachfragen über seine Zukunft bei Real um Geduld geworben. "Neue Trainer haben bis zu ihrem dritten Jahr nicht die Ziele erreicht. Warum sollte ich das dann machen?", fragte Schuster: "Die Ziele erreicht man mit Geduld. Real Madrid kann nicht die einzige Mannschaft sein, die mit einem neuen Trainer und zehn neuen Spielern sofort einen Titel gewinnt. Das kann man nicht erwarten."

Derweil rückt für den Tabellenelften FC Valencia sogar die Teilnahme am Europapokal in ganz weite Ferne. Gegen den FC Sevilla kassierte das Team des immer stärker in die Kritik geratenden Trainers Ronald Koeman eine 1:2-Heimniederlage. Den deutschen Nationaltorhüter Timo Hildebrand traf an den Gegentoren jedoch keine Schuld.

Eine regelrechte Erfolgssträhne hat derzeit Bayern Münchens Gegner im Uefa-Cup-Viertelfinale. Der von Michael Laudrup trainierte FC Getafe setzte sich gegen Racing Santander mit 2:1 (0:0) durch und belegt nach mittlerweile elf ungeschlagenen Spielen in Folge Rang sieben.

Der ehemalige Dortmunder Bundesliga-Stürmer Ebi Smolarek (55.) brachte Getafe zunächst in Rückstand. Doch der Nigerianer Ikechukwu Uche (67.) und Gavilan (77.) drehten den Spieß zugunsten der Gastgeber noch um. Bei Santander sahen in der Schlussphase noch Pablo Alvarez (76.) und Tono (79.) die Rote Karrte, bei Getafe wurde Braulio (80.) des Feldes verwiesen.

Fan-Attacke überschattet Fußball-Wochenende

Abseits des Sports wurde das Fußball-Wochende in Spanien jedoch von den Auswirkungen der Fan-Attacke in der Partie zwischen Betis Sevilla und Athletic Bilbao überschattet. Ein Betis-Fan hatte Gäste-Keeper Armando mit einer Flasche im Gesicht getroffen.

Der Schlussmann wurde so heftig getroffen, dass er mit mehreren Stichen genäht werden musste, der Schiedsrichter brach die Partie 18 Minuten vor dem Ende beim Stand von 1:2 ab. "Ein Geisteskranker beschmutzt den spanischen Fußball", schrieb die Sporttageszeitung Marca. "Diese Idioten wissen nicht, wie sehr sie ihrem Verein schaden. Unfassbar, dass man so etwas noch sehen muss", meinte As.

Der Flaschenwerfer sitzt inzwischen in einem Gefängnis in Sevilla und wird dort auch bis auf Weiteres bleiben müssen.

© SID

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