Fußball Uefa-Cup
Bayern mit Last-Minute-Sieg in Belgrad

Bayern München hat sich im ersten Spiel der Gruppenphase des Uefa-Pokals bei Roter Stern Belgrad einen 3:2 (1:1)-Sieg erkämpft. Zweimal Miroslav Klose (20./85.) und Toni Kroos (90.) erzielten die Tore für die Bayern.

Supertalent Toni Kroos hat dem letzten Aufgebot des deutschen Rekordmeisters Bayern München einen nicht mehr erwarteten Einstand nach Maß in die Gruppenphase des Uefa-Cups beschert. Der 17 Jahre junge Juniorennationalspieler wurde in der 81. Minute eingewechselt, bereitete zunächst den Ausgleich durch Miroslav Klose (85.) vor und erzielte in der zweiten Minute der Nachspielzeit den Siegtreffer zum 3:2 (1:1) der Bayern beim früheren Europapokalsieger Roter Stern Belgrad. Nächster Gegner in der Gruppe F ist für das Team von Trainer Ottmar Hitzfeld am 8. November der englische Tabellenletzte Bolton Wanderers, der nicht über ein 1:1 (0:0) Sporting Braga hinauskam.

"Wir mussten an unsere Leistungsgrenze gehen. Das war ein ganz schweres Spiel. Für mich war klar, dass Toni Kroos spielt, denn er hat sich in der letzten Zeit aufgedrängt. Er spielt hochintelligent und wird eines Tages ganz sicher Nationalspieler", sagte Hitzfeld nach der Begegnung.

Klose gleicht zweimal aus

Ognjen Koroman schockte die Bayern in deren 70. Uefa-Cup-Spiel bereits in der 16. Minute mit dem 1:0. Klose konnte bei seinem ersten internationalen Einsatz für den Rekordmeister mit seinem ersten Treffer zunächst ausgleichen (20.), doch Nenad Milijas traf mit einem Gewaltschuss (74.) zum 2:1 für den serbischen Meister. Klose komplettierte seinen Doppelpack per Kopf nach Freistoß von Kroos, der wieder per Freistoß dann den Siegtreffer machte. Milos Bajalica sah noch die Gelb-Rote Karte bei Roter Stern.

Vor 45 000 Zuschauern im nicht ausverkauften Marakana-Stadion entwickelte sich zunächst ein wenig ansehnliches Spiel. Zwar boten die Serben den Bayern immer wieder Raum, doch der Uefa-Cup-Sieger von 1996 konnte sein Kombinationsspiel anders als zuletzt in der Bundesliga nicht wie gewohnt aufziehen. Das lag allerdings auch an der Personalsituation: Hitzfeld fehlten fünf Stammspieler, darunter Kapitän Oliver Kahn, Franck Ribery und Luca Toni.

Koroman lässt Lahm alt aussehen

Stürmer Toni wurde von Lukas Podolski ersetzt, der die erste Chance der Bayern in der 5. Minute gekonnt einleitete. Doch Hamit Altintops schwacher Schuss war leichte Beute für Belgrads Torhüter Ivan Randjelovic. Die Begegnung plätscherte danach so vor sich hin, bis die Hintermannschaft der Bayern brutal aus ihrem Sekundenschlaf gerissen wurde: Koroman umkurvte in Philipp Lahm den einzigen noch verbliebenen Verteidiger, dem seine siebenwöchige Verletzungspause noch anzumerken war - und schoss unhaltbar für Michael Rensing ein.

Der Schock des ersten Gegentores im laufenden Wettbewerb saß bei den Bayern allerdings nicht allzu tief. Nur vier Minuten nach dem Rückstand glich Klose mühelos per Abstauber aus. Randjelovic hatte zuvor einen Distanzschuss von Lucio direkt vor die Füße des Torjägers prallen lassen. Der Ausgleich gab dem Tabellenführer der deutschen Eliteklasse aber auch nicht die gewohnte Sicherheit. Bis zur Pause erspielten sich die Bayern nur eine weitere gute Chance. Podolskis perfekte Flanke fand in der 36. Minute Kloses Kopf, der Ball aber flog von dort knapp neben das Tor.

Belgrad stets gefährlich

Nach dem Seitenwechsel zeigte sich zunächst ein ähnliches Bild wie schon zu Spielbeginn: Die Bayern kontrollierten ohne Glanz und die Hausherren tauchten, begünstigt durch manche Unaufmerksamkeit der Münchner, immer mal wieder gefährlich vor Rensing auf. Kapital konnte der Tabellendritte der ersten serbischen Liga daraus jedoch nicht schlagen.

Mit zunehmender Spieldauer verflachte die Partie immer mehr, die Bayern kamen kaum noch zu Einschussmöglichkeiten. Pech hatte Podolski, als er in der 68. Minute frei im Strafraum abzog, sein Schuss aber von Mauricio Molina abgeblockt wurde. Das war aber auch schon alles, was die weitgehend schwache Bayern-Offensivabteilung bis weit in die zweite Hälfte zu bieten hatte - mit dem 1:2 folgte die verdiente Strafe durch einen haltbaren Fernschuss.



© SID

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