Fußball Uefa-Cup
Nullnummer reicht HSV zum Einzug ins Achtelfinale

Ein müdes 0:0 vor heimischem Publikum reichte dem Hamburger SV im Rückspiel der ersten K.o.-Runde gegen den FC Zürich, um ins Uefa-Pokal-Achtelfinale einzuziehen.

Der Hamburger SV hat wie erwartet im Schongang das Achtelfinale im Uefa-Cup erreicht. Mit dem 3:1-Hinspiel-Erfolg im Rücken und dem Spitzenspiel bei Bayern München im Kopf, kamen die Hanseaten über ein 0:0 im Rückspiel gegen den FC Zürich nicht hinaus, waren in einer Partie mit Trainingsspiel-Charakter aber nie gefährdet, eventuell noch auszuscheiden. Dass sich bei dem Kick vor immerhin 33 586 Zuschauern kein HSV-Spieler vor dem Bundesliga-Hit in München verletzt hat, dürfte Trainer Huub Stevens noch am meisten gefreut haben.

"Kein Tor kassiert, nicht verloren, alles in Ordnung", fasste Abwehrspieler Vincent Kompany den Abend zusmmen. Für den Belgier war der Einzug in die Runde der letzten 16 nie gefährdet: "Das 3:1 im Hinspiel war schon ein perfektes Ergebnis. Auch diesmal hatten wir den Gegner im Griff und haben nur vergessen, die Tore zu machen."

Bemerkenswert war die Geduld der HSV-Fans, die ihre Mannschaft und am Ende sich selbst mit pausenlosen Gesängen feierten und nur ganz selten ihrer Unzufriedenheit mit Pfiffen Luft machten. Auch die rund 3 000 mitgereisten Schweizer Anhänger sangen in der Gäste-Kurve praktisch während der gesamten 90 Minuten, die auf dem Rasen nur wenige Highlights boten.

Für HSV-Torhüter Frank Rost war der Spielverlauf keine Überraschung. "Der Minimalismus hat die Partie bestimmt, Hauptsache ist, dass wir weiter sind", lautete der Kommentar des Schlussmann, der auf die hohe Belastung des Teams hinwies: "Keiner musste so viele Pflichtspiele bestreiten wie wir. Da dürfen wir uns auch einmal eine solche Vorstellung erlauben."

Der HSV trifft in der Runde der letzten 16 nun im ersten Bundesliga-Duell seit 1999 am 6. und 12./13. März auf Bayer Leverkusen und muss dabei erneut zunächst auswärts antreten. Große Freude löste dieser Gegner allerdings nicht aus, lieber wären die Norddeutschen zu Galatasaray Istanbul gereist. "Ein Spiel in Leverkusen hat keinen richtigen Europacup-Charakter", sagte Abwehrspieler Bastian Reinhardt.

Der FC Zürich hatte vor Spielbeginn auch nicht mehr an die Möglichkeit einer Überraschung geglaubt. "Wir brauchen schon ein Wunder, um weiter zu kommen", erklärte Trainer Bernard Challendes. Für den Schweizer Meister, der nun nur eines seiner letzten zehn Spiele gewann, ging es vor allem darum, sich achtbar aus der Affäre zu ziehen.

Mit zunehmender Spieldauer kamen die Hausherren, bei denen Piotr Trochowski erneut den immer noch verletzten Kapitän Rafael van der Vaart als Spielmacher ersetzte, besser ins Spiel. Trochowski (16.) hatte die erste Torgelegenheit, seinen Schuss aus 17 Metern lenkte Torwart Johnny Leoni mit den Fingerspitzen um den Pfosten. In der 20. Minute war es ebenfalls der deutsche Nationalspieler, der eine weitere gute Gelegenheit vergab. Nach einem Zuspiel von Guy Demel zögerte er zu lange mit dem Torschuss, der daraufhin abgeblockt wurde. Die größte Torgelegenheit hatte unmittelbar vor der Pause Collin Benjamin, der Namibier schoss allerdings freistehend aus zwölf Metern am Tor vorbei.

Nach dem Wechsel verflachte die Partie weiterhin. Die Hamburger taten nicht mehr als nötig, versuchten harten Zweikämpfen aus dem Weg zu gehen und bemühten sich, ausschließlich über Kombinationen vor das Züricher Tor zu gelangen. So einfach wollten sich die Schweizer aber nicht ausspielen lassen und waren deshalb kaum noch gefährdet. Ihre einzige ernsthafte Torgelegenheit hatten die Gäste in der 70. Minute, als Eric Hassli aus elf Metern freistehend über das HSV-Tor schoss. Stevens, der mehrmals unzufrieden am Spielfeldrand gestikulierte, wechselte in der Schlussphase auch noch seine Leistungsträger Trochowski, Paolo Guerrero und Guy Demel aus.

© SID

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