Fußball Uefa
"Kaiser"-Kandidatur für Johansson unwahrscheinlich

Uefa-Präsident Lennart Johansson ist nicht sicher, ob Franz Beckenbauer sein Nachfolger im Jahr 2007 werden könnte. "Momentan sieht es nicht danach aus", sagte der Schwede.

Offenbar scheint es nun doch keinen Zweikampf zwischen Michel Platini und Franz Beckenbauer um die Nachfolge von Lennart Johansson als Uefa-Präsident zu geben. Der Schwede hat große Zweifel an einer Kandidatur des "Kaisers" geäußert und stattdessen sein Ausscheiden als Boss des europäischen Fußball-Verbandes im Jahr 2007 in Frage gestellt. "Franz Beckenbauer ist mein Freund. Und er ist wirklich sehr mit der Weltmeisterschaft beschäftigt. Ob er tatsächlich bereit ist, Uefa-Präsident zu werden, weiß ich nicht. Momentan sieht es nicht danach aus", sagte Johansson der Welt am Sonntag.

Johansson hat seinen Verzicht auf eine weitere Amtszeit nach 16 Jahren in Frage gestellt, weil er mit den Vorstellungen der Kandidaten nicht einverstanden ist: "Ich zögere noch, weil ich genau hinsehen muss, welche Kandidaten tatsächlich bereitstehen. Und bereit sind, diese hohe Verantwortung zu übernehmen. Mein Nachfolger muss alles dafür tun, um die Champions League, aber auch die Kleinen zu schützen. Aber ich werde auf jeden Fall noch vor der WM meine Entscheidung bekannt geben."

Johansson schießt gegen G14

Enttäuscht zeigte sich der 76-Jährige von den Vertretern der G14-Klubs. "Für mich existiert die G14 gar nicht", wetterte der Verbandschef und fügte an: "Die haben sich zusammengeschlossen und vertreten ausschließlich ihre Interessen. Sie fordern 800 Mill. an Entschädigungen von der Fifa und Uefa rückwirkend für die vergangenen zehn Jahre. Aber vor zehn Jahren haben sie noch die Regeln akzeptiert."

Verwundert zeigte sich Johansson darüber, dass vor allem die deutschen Klubs dem Aufruf zur Solidarität nicht folgten und eine Resolution ablehnten. "Ich weiß nicht, was in Deutschland los ist. Ich kann es nicht verstehen. Es ist noch nie passiert, dass sie ausgeschert sind", sagte Johansson. Den Schwarzen Peter schob er der DFL Deutschen Fußball Liga Gmbh zu: "Ich weiß, dass es um die finanzielle Situation einiger deutscher Vereine nicht gut bestellt ist. Vielleicht ist das der Grund für ihr Handeln."

An der Organisation zur WM in Deutschland (9. Juni bis 9. Juli) übte der Schwede ebenfalls Kritik: "Ich bin mit dem Ticketing nicht zufrieden. Sie haben es auf die deutsche Art gemacht. Das System ist zu kompliziert. Und es gibt viele, die darunter leiden."

© SID

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%