Fußball WM
Beckham wirbt für England, Kidman für Australien

In Südafrika haben am Freitag die Bewerber für die WM 2018 und 2022 ihre Visitenkarte abgegeben. England wartete mit David Beckham auf, Australien setzte weibliche Reize entgegen.

Als David Beckham mit anderthalb Stunden Verspätung erschien, waren Ruud Gullit, Luis nur noch Staffage. Englands Fußball-Ikone überstrahlte am Freitag in Kapstadt im Vorfeld der WM-Gruppenauslosung bei der Präsentation der zehn Bewerber für die WM-Endrunden 2018 bzw. 2022 alles.

Um 11.25 Uhr betrat "Becks" den Pavillon auf dem Gelände des Leeuwenhof Estate und ging zum Stand des Fußball-Mutterlandes, im Nu waren Dutzende TV-Teams und Fotografen in seinem Schlepptau. Minutenlang musste Beckham ein Blitzlichtgewitter über sich ergehen lassen.

England hatte bewusst gewartet, ehe der "Spice Boy", mit ausrasierten Kopfseiten, hochtoupierten Haaren und grauem Anzug mit Krawatte vor die rund 300 Medienvertreter trat. Zuvor war auch der italienische Teammanager der Engländer, Fabio Capello, erschienen, um für die Briten zu werben. Den neun Konkurrenten - Russland, Spanien/Portugal, Belgien/Niederlande, die USA, Südkorea, Japan, Katar, Indonesien und Australien - wurde aber von "Becks" die Schau gestohlen. In einem Jahr wird die Entscheidung über die WM-Vergabe gefällt.

Beckham: "Wir müssen hart arbeiten"

"Wir können uns mit unserer Bewerbungskampagne durchsetzen. Aber es wird nicht leicht, wir müssen hart dafür arbeiten. England ist ein Land, das mit seinen Stadien, seiner Infrastruktur schon in den nächsten Wochen eine WM ausrichten könnte", sagte Beckham. Selbst Fifa-Präsident Joseph S. Blatter hatte den künftigen Milan-Profi, der eigentlich bei Los Angeles Galaxy spielt, als mögliches Trumph-Ass der "Three Lions" ausgemacht, die bislang lediglich 1966 WM-Gastgeber waren. Im Rennen um die WM 2006 hatten die Briten schon frühzeitig in der Endausscheidung gegen Deutschland schlapp gemacht.

Die zehn Bewerber für 2018/2 022 präsentierten den internationalen Journalisten jeweils ein vierminütiges Bewerbungs-Video. Die Reihenfolge der Vorführung war zuvor ausgelost worden. Dabei machte Australien mit Hollywood-Star Nicole Kidman, die die Vorzüge des Fünften Kontinents pries, die meisten Pluspunkte. Dagegen wirkte das englische Video sehr bieder und hausbacken. Nachdem Beckham aber erschienen war, hatten die Konkurrenten bei der Präsentation im Vorfeld der WM-Gruppenauslosung nicht mehr viel zu bestellen.

Hauch von Hollywood durch Kidman

Ähnlich erging es auch Portugals Ass Figo, "Oranje"-Superstar Gullit, Ex-Bayern-Keeper Jean-Marie Pfaff, der Belgien vertrat, und dem Spanier Fernando Hierro. "Zusammen sind wir stärker. Ich hoffe, dass die Fifa die richtige Entscheidung treffen wird und wir den Zuschlag für den größten und wichtigsten Fußball-Wettbwerb der Welt erhalten", sagte Figo.

Gullit weiß, dass die Niederlande und Belgien, Gastgeber der Euro 2000, mit ihrer Doppelbewerbung nur Außenseiter sind, aber: "Zunächst hatten wir nur geringe Chancen. Das hat sich aber geändert. Wir können auf eine WM der kurzen Wege im Herzen Europas bauen." Pfaff ergänzte: "Wir wollen diese WM. Viele Argumente sprechen für uns." Im Video setzten die deutschen Nachbarländer auf die nationalen Sportgrößen Justin Henin (Belgien/Tennis), Pieter van den Hoogenband (Niederlande/Schwimmen) und Eddy Merckx (Belgien/Radsport).

Russland hat bei seiner WM-Kandidatur noch mit anderen Problemen zu kämpfen. Ministerpräsident Wladimir Putin sieht sein Land noch nicht für die Ausrichtung einer Fußball-WM gerüstet. "Wir haben momentan noch nicht die Infrastruktur, die nötig ist, um Gastgeber einer solch hochrangigen Veranstaltung zu sein", hatte der frühere russische Präsident erst am Donnerstag erklärt. Putin hofft dennoch auf den Zuschlag und eine Bündelung aller Kräfte, "um unsere Probleme zu lösen".

Korea will Zeichen des Friedens setzen

Südkorea und Japan waren 2002 gemeinsam WM-Gastgeber. Jetzt gehen sie als einzelne Bewerber an den Start. Die Südkoreaner betonen, dass es sich um eine koreanische Kandidatur handele. Der kommunistische Norden soll mit WM-Spielen eingebunden werden, um ein Zeichen des Friedens und der Koexistenz zu senden.

Der Slogan der Vereinigten Staaten ("The Game is in US") soll helfen, den Soccer in den USA weiter nach vorne zu bringen. Bereits 1994 waren die US-Amerikaner WM-Gastgeber. Trotzdem ist der Fußball im Land der unbegrenzten Möglichkeiten nach wie vor eine Randsportart im Schatten von Baseball, American Football, Basketball und Eishockey.

Die WM 2010 findet in Südafrika, die Endrunde 2014 in Brasilien statt.

© SID

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