Fußball WM
DFB-Gegner Polen weiter im Schockzustand

Die 0:2-Schlappe im Auftaktspiel gegen Ecuador wirkt im Lager der Polen immer noch: Nationaltrainer Pawel Janas ist auf Tauchstation gegangen, während Verbandschef Listkiewicz nun gegen Deutschland einen Sieg fordert.

Nach der blamablen 0:2-Auftaktpleite gegen Ecuador steht der nächste deutsche WM-Gruppengegner Polen kollektiv unter Schock. Der in seiner Heimat scharf kritisierte Nationalcoach Pawel Janas ist angeschlagen und ging erstmal auf Tauchstation. Am Sonntag befreite der 53-Jährige sich selbst und seine Mannschaft von allen Presseterminen und verordnete stattdessen einen freien Tag.

"Herr Janas muss sich nicht jeden Tag äußern", sagte Verbandspräsident Michal Listkiewicz in spürbar angespannter Atmosphäre im WM-Quartier im niedersächsischen Barsinghausen und wies vor dem Spiel gegen die DFB-Elf am kommenden Mittwoch in Dortmund jegliche Kritik zurück: "Der Verband wird Herrn Janas vor der kommenden Partie nicht unter Druck setzen. Das tun Fans und Medien schon genug. Wir werden eher versuchen, ihm zu helfen."

"Wir müssen gewinnen"

Das scheint auch nötig, denn um noch eine Chance auf den Achtelfinaleinzug zu haben, muss gegen die Deutschen wohl mindestens ein Punkt her. Listkiewicz will aber mehr: "Wir müssen gewinnen. Die Spieler wissen das und werden mit der entsprechenden Einstellung ins Spiel gehen", meinte der Verbandschef: "Wenn wir aber eine gute Leistung zeigen, wäre ich auch mit einem Remis zufrieden. Das wäre wichtig für die Moral."

Die Aufgabe scheint mehr als schwierig. Gegen Deutschland ist man noch ohne Sieg, die letzten drei Duelle gingen allesamt verloren. Um den schwachen Auftakt zu verarbeiten und sich auf die kommende Partie vorzubereiten, besuchten einige Spieler am Sonntag die Messe in Hannover und hoffen nun auf göttlichen Beistand. Am Abend stand ein Treffen im Spielerkreis an - ohne Janas. "Das haben wir schon in der Vergangenheit gemacht. Es deutet keineswegs auf Konflikte innerhalb der Gruppe hin", erklärte Listkiewicz.

"Schande! Kehrt lieber nicht nach Polen zurück."

In Polen scheint man die eigene Mannschaft derweil schon abzuschreiben. Die Boulevardzeitung Fakt titelte auf einer ganz in Schwarz gehaltenen Seite: "Schande! Kehrt lieber nicht nach Polen zurück." Die Tageszeitung Gazeta Wyborcza schrieb: "Sie haben gespielt wie eine Dorftruppe." Janas erntete beißenden Spott. "Verblüffend", nannte der Fernsehsender Tvn24 die Taktik des Coaches nach der Auftaktpartie.

Auch Alt-Internationale meldeten sich zu Wort. "Wenn es nach mir ginge, würden wir zu einem 4-4-2-System zurückkehren", sagte der frühere Bundesliga-Profi und Ex-Nationalspieler Wlodzimierz Smolarek und machte sich für einen Einsatz von Ireneusz Jelen an der Seite seines Sohnes Ebi von Borussia Dortmund stark. Der 25-Jährige hatte in Janas" 4-5-1-System zuletzt keinen Platz gefunden.

"Wir werden sicherlich die Gelegenheit haben, mit Pawel Janas zu reden, um ihm zu helfen, die richtigen Veränderungen vorzunehmen. Es gilt jetzt, einen Joker zu finden, der sticht. Vielleicht kann Jelen diese Rolle übernehmen", meinte Wlodzimierz Smolarek. Der Stürmer von Wisla Plock war gegen Ecuader eingewechselt worden und hatte in der Schlussphase zweimal den Rahmen des gegnerischen Tores getroffen.

© SID

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