Fußball WM
Die WM-Splitter am 16. Juni

Der Sport-Informations-Dienst (sid) hat die WM-Splitter vom 16. Juni zusammengestellt. Während einige kroatische Spieler bei Deep Purple waren, hat Brasiliens Technischer Koordinator Zagallo nichts für Hard Rock übrig.

Der Sport-Informations-Dienst (sid) hat die WM-Splitter vom vom 16. Juni zusammengestellt.

Roque: Die Sportfreunde Stiller pflegen zu Paraguays Stürmer Roque Santa Cruz ein besonderes Verhältnis, weil der Profi von Bayern München mit der Deutschrock-Kombo den Hit "Ich, Roque" aufgenommen hat. Inzwischen sind die Sportfreunde mit ihrer Fußballhymne "54, 74, 90, 2006" wieder in aller Ohren - und auch Santa Cruz ist begeistert. "Klar, kenn ich den Song. Er ist super", sagte der 24-Jährige.

Urteil: Ex-Bundesligatrainer Holger Osieck, der als Vorsitzender der Technischen Entwicklungsgruppe (TSG) der Fifa unter anderem die besten Spieler des Turniers ermittelt, zeigte sich etwas enttäuscht vom "magischen Dreieck" der Schweden. Als Beobachter der Partie gegen Paraguay (1:0) vermisste Osieck Individualismus im Angriff des möglichen deutschen Achtelfinalgegners. "Die Angriffe liefen immer gleich über hohe Flanken", sagte der frühere Nationaltrainer Kanadas.

Konzertbesuch: Sonderausgang für Kroatiens Fußballer: Zwei Tage vor dem Gruppenspiel gegen Japan gab die Verbandsspitze dem Drängen der Spieler nach und erlaubte einen Besuch des Deep-Purple-Konzerts am Freitagabend am Staatsbad in Bad Brückenau in unmittelbarer Nähe von Kroatiens Teamquartier. "Wir haben die Sicherheitslage geprüft. Die Spieler werden einen eigenen Bereich erhalten. Jeder, der beim Konzert zuhören will, darf das tun", sagte Zarislav Srebric. Der Generalsekretär von Kroatiens Fußballverband schränkte allerdings ein: "Aber nicht länger als bis 22.00 Uhr."

Rock ´N´ Roll: Hard Rock ist nicht der Fall von Mario Zagallo. Als Brasiliens Sorgenkind Ronaldo dem Technischen Koordinator die Kopfhörer seines MP3-Players ins Ohr steckte, fragte der 74-Jährige: "Hast du nichts aus meiner Zeit? Frank Sinatra oder Nat King Cole?" Der Stürmer von Real Madrid hatte auf seinem Musikgerät aber aus der Oldie-Abteilung nur Satisfaction von den Rolling Stones parat. Immerhin fands Zagallo gar nicht so übel und tanzte ein paar Schritte durchs Hotel-Foyer.

Bingo: Der große Bingoabend hat seit der Weltmeisterschaft 1994 im Lager der "Selecao" Tradition. Am Donnerstag rief "Zeremonienmeister" Americo Faria wieder zur Zahlenlotterie. Zahlreiche Prämien warteten auf die brasilianischen Ballzauberer und den Betreuerstab. Den Hauptpreis, einen Drucker, heimste Lucio vom deutschen Meister und Pokalsieger Bayern München ein.

Protzkis: Sie sind mit eigenem Koch, 1 000 Gepäckstücken und einer Entourage von 80 Bediensteten angereist und haben während der WM 84 Zimmer inklusive etlicher Suiten in einem Frankfurter Luxushotel gemietet: Die elf Prinzen des saudischen Königshauses genießen ihre WM-Tage am Main ausgiebig. Für ihren Transport zu den Stadien steht dem Adel von der arabischen Halbinsel ein eigener Fuhrpark mit 40 Limousinen zur Verfügung. Seine Königliche Hoheit Mohammad bin Saud bin Fahad soll bei einer Stippvisite in Stuttgart sogar drei Luxuskarossen der Marke Maybach zum Stückpreis von gut 500 000 Euro bestellt haben.

SchulschwÄNzer: Damit die Quote von Schulschwänzern nicht in die Höhe schnellt, hat das Bildungsministerium des mexikanischen Bundesstaates Tamaulipas Schülern und Lehrern am Freitag erlaubt, Fernseher mit in die Schule zu bringen. Den Schülern wurde gestattet, während der Unterrichtszeit das WM-Spiel Mexiko gegen Angola zu sehen.

Geprellt: Mexikanische Fußball-Anhänger, die in Hannover das Spiel ihres Teams gegen Angola besuchen wollten, sind offensichtlich Opfer von Betrügern geworden. Im Fernsehsender Televisa erklärte ein Fan, dass er gemeinsam mit 320 aus Monterrey angereisten Mexikanern nicht die versprochenen Karten für das Spiel gegen Angola und die abschließende Vorrunden-Partie gegen Portugal erhalten habe. Stattdessen lag in jedem Hotelzimmer ein Zettel, auf dem vage eine Rückerstattung von 250 Euro pro nichtvorhandenem Ticket in Aussicht gestellt wurde. Die Fans hatten eine Deutschland-Reise inklusive Karten für die drei Vorrundenspiele von "El Tri" gebucht, jedoch nur das Ticket zum Auftaktspiel gegen den Iran erhalten.

Feuer und Flamme: Auch Hannovers Berufsfeuerwehr ist Feuer und Flamme für die Weltmeisterschaft und die DFB-Elf. Nach offizieller Genehmigung sind an zahlreichen Einsatzfahrzeugen Deutschlandfahnen angebracht worden, um Sympathie zu bekunden sowie Bundestrainer Jürgen Klinsmann und seine Mannschaft moralisch zu unterstützen.

VerfrÜHT: Die elf Kinder, die Schwedens Fußballer auf den Rasen des Berliner Olympiastadions begleiteten, marschierten noch während laufender Hymne des Gegners vom Feld. Der Grund dafür war weniger Ignoranz oder mangelnder Respekt für die Südamerikaner, als vielmehr die Tücke der Hymne "Paraguayos, Republica o muerte". Das Lied neigt sich dem vermeintlichen Ende entgegen und nimmt dann wieder an Fahrt auf. Das aber ging im Jubel etlicher schwedischer Fans unter, die ebenfalls dachten, die Hymne sei beendet. Die Kids auf dem Rasen deuteten den aufbrausenden Lärm als Signal zum Abmarsch.

Schweigen: Die Zeiten ändern sich: Jose-Luis Chilavert hatte in seiner aktiven Zeit immer einen Spruch auf Lager. Der frühere paraguayische Nationaltorhüter, der als einer von drei Schlussleuten der Geschichte dreimal zum Welttorhüter gewählt wurde (1995, 1997, 1998), zieht es inzwischen vor zu schweigen. Als Kommentator des paraguayischen Fernsehens lehnte er in der Halbzeitpause des Schweden-Spiels jeden Kommentar zur WM in Deutschland und zum Auftritt seiner Landsleute ab.



© SID

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