Fußball WM
Sieg würde Nordkorea "mit großem Stolz erfüllen"

Titelverteidiger Deutschland will mit einem Sieg am Samstag gegen Nordkorea ins Halbfinale der WM in China einziehen. Aber auch bei Gegner Nordkorea herrscht Euphorie, wie Co-Trainer Kim Pong-ill im Interview äußert.

Am Samstag (11.00 Uhr Mesz/live in der ARD und Eurosport) geht es für die deutsche Frauen-Nationalmannschaft bei der WM in China bereits um alles oder nichts. Im Viertelfinale muss das Team von DFB-Trainerin Silvia Neid in Wuhan gegen den zweimaligen Asienmeister Nordkorea antreten. Vor der Partie äußert sich Nordkoreas Co-Trainer Kim Pong-ill im Interview über das große Ziel der Asiatinnen, den Titel mit in die Heimat zu nehmen.

Frage: "Sie haben angekündigt, Weltmeister werden zu wollen. Was bedeutet der WM-Titel für Ihr Land?"

Kim Pong-ill: "Die Freude wäre unvorstellbar groß. Das würde unseren Bürgern große Kraft und Zuversicht für eine glorreiche Zukunft Nordkoreas geben. Unser General und Staatspräsident Kim Jong-ill hat uns das mit auf den Weg gegeben."

Frage: "Wie werden sie zu Hause empfangen, wenn sie tatsächlich Weltmeister werden sollten?"

Kim: "Es kann sein, dass es ein großes Fest geben wird. Und vielleicht würde uns der Präsident empfangen. Aber bisher haben wir unserem Land keine zu große Freude bereitet. Wir haben gegen Schweden verloren. Aber unsere Leute unterstützen uns sehr."

Frage: "Wieso sind dann keine nordkoreanischen Journalisten bei dieser Pressekonferenz?"

Kim: "Es werden zum Spiel einige Journalisten kommen, die in China als Korrespondenten arbeiten. Sie müssen nicht extra aus Nordkorea hierher reisen."

Frage: "Was sind die Stärken Ihrer Mannschaft und was die Stärken der Deutschen?"

Kim: "Die Deutschen sind körperlich sehr stark und auch technisch sehr gut. Unsere Stärke ist, dass wir nicht für Geld spielen, sondern für unser Heimatland. Ein Sieg würde uns mit unendlich großem Stolz erfüllen."

Frage: "Wieso hat sich der Frauenfußball in Nordkorea in den vergangenen Jahren so schnell so positiv entwickelt?"

Kim: "Wir sichten unsere Talente in Nordkorea bereits in der Grundschule, wo sie technisch ausgebildet werden. Das gilt nicht nur für den Fußball, sondern auch für andere Sportarten."

Frage: "Erinnern Sie sich an 1966, als Nordkoreas Männer zum bislang einzigen Mal ein WM-Viertelfinale erreicht haben?"

Kim: "Das ganze Land erinnert sich sehr gerne daran. Es war aufregend für uns alle. Ich war noch ein Schüler. Einige Spieler sind heute Trainer."

© SID

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