Fußball WM
Spanier dämpfen Euphorie vor Tunesien-Spiel

Spanien muss nach dem Auftaktsieg gegen die Ukraine heute gegen Tunesien antreten. Die Euphorie im Land der Iberer ist groß - doch die Spieler stapeln tief: "Niemand sollte uns zu früh hochjubeln", so Cesc Fabregas.

In Spanien herrscht nach dem tollen WM-Auftakt der Nationalmannschaft Euphorie pur, doch selbst der Jüngste im Team genießt den 4:0-Sieg gegen die Ukraine mittlerweile mit Vorsicht. "Es ist gefährlich und leichtsinnig zu denken, dass jedes WM-Spiel wie das erste verlaufen wird", meinte der 19-jährige Cesc Fabregas von Champions-League-Finalist FC Arsenal und schickte vor dem zweiten Auftritt in der Gruppe H eine Warnung Richtung Heimat: "Niemand sollte uns zu früh hochjubeln. Wir Spieler denken auf jeden Fall nur an das Spiel gegen Tunesien."

Fans erwarten erneutes Spektakel

Die spanischen Fans erwarten heute in Stuttgart (21.00 Uhr/live bei der ARD und Premiere) ein ähnliches Spektakel wie gegen die Ukraine, der Achtelfinaleinzug gilt als beschlossene Sache - zum Ärger der Spieler. "Wir haben gar nichts erreicht, sondern nur ein gutes Spiel gemacht. Sollten wir die nächsten beiden verlieren, sind wir draußen", meinte Abwehrspieler Carlos Marchena: "Wir gehen das Tunesien-Spiel wie ein Finale an." Fabregas fügte hinzu, es sei "einfach nur dumm", schon jetzt über einen möglichen Achtelfinalgegner zu spekulieren.

Dennoch: Die Spanier gehen mit gewaltigem Selbstvertrauen in die Partie, das Team ist unter Trainer Luis Aragones seit mittlerweile 23 Spielen ungeschlagen. Und der "Weise von Hortaleza", wie der schrullige Aragones in der Heimat genannt wird, wird trotz seiner rauen Gangart von den Profis mittlerweile in den höchsten Tönen gelobt. "Luis Aragones hat eine Philosophie. Er legt Wert auf Technik und lässt uns viel mit dem Ball machen. Das kommt uns entgegen. Er ist ein Trainer, der sehr viel verlangt. Er fordert, dass man 24 Stunden nur Fußball im Kopf hat", meinte Mittelfeldspieler Xavi von Champions-League-Sieger FC Barcelona.

Nur Kapitän Raul, der gegen die Ukraine erst in der 55. Minute ins Spiel kam und wohl auch gegen Tunesien zunächst pausieren muss, hat sich spanischen Medienberichten zufolge intern über seine Reservistenrolle beklagt. "Raul, bitte lächeln!", schrieb Marca. Aragones, der das Team sonst mit eiserner Hand führt, zeigte sogar Verständnis, ohne allerdings Namen zu nennen.

"Ich verstehe genau, dass einige Spieler sauer sind. Ich kann aber nicht akzeptieren, dass sich jemand öffentlich ärgert", meinte der 67-Jährige und fügte süffisant hinzu: "Aber das hat ja bis jetzt auch niemand getan."

Tunesien mit taktischen Veränderungen

Während Aragones heute wohl dieselbe erste Elf aufbieten wird, kündigte Tunesiens Trainer Roger Lemerre nach dem schmeichelhaften 2:2 im ersten Spiel gegen Saudi-Arabien "Veränderungen in Defensive und Offensive" an. Der Franzose warnte seine Spieler vor zu großem Respekt. "Spanien ist eine große Fußball-Nation, aber wir dürfen nicht an uns zweifeln, niemals! Wir müssen ein anderes Gesicht zeigen, wir müssen eine Antwort geben."

Zumindest Adel Chedli ist zuversichtlich. Gegen große Mannschaften habe das Team immer besser ausgesehen, meinte der Mittelfeldspieler vom 1. FC Nürnberg, fügte aber hinzu: "Wenn wir sie spielen lassen, sind wir tot."

© SID

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%