Fußball WM
Türkischer Co-Trainer nimmt den Hut

Der türkische Co-Trainer Mehmet Özdelek hat am Dienstag die Konsequenzen aus seiner Beteiligung an den Ausschreitungen nach dem Play-off-Spiel zwischen der Türkei und der Schweiz in Istanbul gezogen.

Der türkische Co-Trainer Mehmet Özdelek hat am Dienstag seinen Rücktritt erklärt. Özdelek gilt als einer der Hauptbeteiligten an den Gewaltausbrüchen im Anschluss an die Play-off-Begegnung zur WM 2006 in Deutschland zwischen der Türkei und der Schweiz (4:2/Gesamtsieger Schweiz) in Istanbul.

Wie TV-Bilder bewiesen, wurde der Assistent von Nationaltrainer Fatih Terim vom Schweizer Benjamin Huggel von Eintracht Frankfurt getreten. Daraufhin entwickelte sich ein Tumult, in den Abwehrspieler Alpay Özalan vom 1. FC Köln maßgeblich verwickelt war.

Die Demission Özdeleks erfolgte nur wenige Stunden nachdem der türkische Sportminister Mehmet Ali Sahin auf einen Führungswechsel im nationalen Verband gepocht hatte. "Die Verantwortung für die hässlichen Vorfälle trägt der Verband. Die verantwortlichen Leute müssen zurücktreten", erklärte das Regierungsmitglied nach Informationen des Schweizer Fernsehens und fügte angeblich auch mit Blick auf Nationaltrainer Terim hinzu: "Andernfalls werde ich persönlich dafür sorgen, dass fähigere Personen eingesetzt werden."

Schwerer Imageschaden für die Türkei

Sahin, der zunächst auch Vorwürfe des Schweizer Weltverbands-Präsidenten Sepp Blatter als unwürdig gewertet hatte, begründete seine Forderungen mit dem schweren Imageschaden für die Türkei durch die tätlichen Angriffe von türkischen Spielern, Trainerstab-Mitgliedern und Ordnern nach dem WM-Aus auf die Schweizer Spieler. "Der Erfolg im Sport ist dem Ansehen des Landes nicht übergeordnet. Kein türkischer Bürger hat das Recht, den Ruf des Staates mit Transparenten wie ´Willkommen in der Hölle´ zu beschmutzen." Die Fifa hat eine Untersuchung der Vorfälle eingeleitet.

© SID

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