Griechenlands Nationaltrainer steht in der Kritik
Angriffe auf Rehhagel: „Nicht der Papst“

Alarmstimmung in Griechenland: Ein Jahr nach dem größten Triumph in der hellenischen Fußball-Geschichte steht Nationalcoach Otto Rehhagel im Kreuzfeuer der Kritik und die Verbandssituation ist in das Visier der Fifa geraten. "Rehhagel machte zahlreiche Fehler", schrieb die Sportzeitung "SPORtime" am Dienstag nach dem kläglichen Ausscheiden der völlig enttäuschenden Hellenen aus dem Confederations Cup. Ein Kommentator der Zeitung "Apogevmatini" forderte den Coach auf zu begreifen, "dass er kein unfehlbarer Papst ist", auch wenn er vor einem Jahr den EM-Titel geholt habe.

HB FRANKFURT/ATHEN. Die Angriffe erfolgten einen Tag vor dem für die Griechen bedeutungslosen letzten Gruppenspiel gegen Mexiko am Mittwoch (20.45 Uhr) in Frankfurt/Main. Rehhagel wollte sich zu der Kritik am Dienstag eigentlich nicht äußern: "Ich rede nur über das Spiel gegen Mexiko. Alles andere hat sie gar nicht zu interessieren." Zugleich verteidigte er aber seine umstrittenen Personalentscheidungen: "Ich würde alles wieder so machen. Die Spieler, die hier sind, sind die besten des Landes."

Unterdessen wurde der Weltverband durch die Einmischung der Politik auf den Plan gerufen. "Die Lage ist bedauerlich, da der Verband des Europameisters ein Vorbild sein sollte, was zur Zeit nicht der Fall ist", sagte Fifa-Präsident Joseph Blatter nach einem Dringlichkeitstreffen in Zürich mit dem Chef des Hellenischen Fußball-Verbandes (HFF), Vassilis Gagatsis. Dieser wiederum protestiert seit längerem, dass die Regierung durch Entscheidungen und Gerichtsbeschlüsse in die Arbeit des HFF eingreift. So zum Beispiel in der Frage, welcher verschuldete Verein begünstigt wird, um weiter in der Ersten griechischen Liga zu spielen. Blatter sicherte dem nationalen Verband, der wegen nicht eingehaltener Versprechungen im Zusammenhang mit den EM-Prämien ohnehin im Clinch mit der Regierung liegt und dem nach Gagatsis Aussagen in den nächsten Wochen das Geld ausgehen dürfte, die "volle Unterstützung" zu.

Von Rückendeckung für den in den Tagen des Confed-Cups irgendwie lethargisch und resignierend wirkenden Coach ist in den Zeitungen so gut wie nichts mehr zu spüren. "Wir sind zurück zu den Zuständen, die vor Rehhagels Ankunft in Griechenland herrschten", schrieb "Eleftherotypia". Die Herrschaft von "König Otto" begann im August 2001, sein Vertrag läuft Ende dieses Jahres aus. Sollte die Krise bis zum WM-Qualifikationsspiel am 7. September gegen Kasachstan nicht beendet sein und die Griechen letztlich nicht das Ticket zu den Welt- Titelkämpfen in Deutschland lösen, "wird es dramatische Folgen geben", prophezeite "Eleftherotypia".

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