Hamburger Takahara trifft doppelt für flinken Asienmeister
Mit schweren Beinen und heißen Herzen

Mit schweren Beinen, aber heißem Herzen und starkem Willen hat die deutsche Fußball-Nationalmannschaft am Dienstagabend gegen WM-Teilnehmer Japan ein schon verloren geglaubtes Spiel noch gedreht und mit einem 2:2 (0:0) vor 22 500 Zuschauern in der ausverkauften Leverkusener BayArena im vorletzten Testspiel vor dem WM-Start am 9. Juni in München gegen Costa Rica zumindest einen Teilerfolg erzielt.

LEVERKUSEN. Dabei schickten die nach dem harten Trainingslager in Genf über weite Strecken müde wirkenden Spieler von Bundestrainer Jürgen Klinsmann die Fans durch ein Wellenbad der Gefühle. Nach einem Aufbäumen in der Schlussviertelstunde glichen sie einen 0:2-Rückstand noch durch Tore von Klose und Schweinstiger aus.

"Es war ein wichtiger Test für uns. Eine Erkenntnis war, dass wir zu viele Chancen zugelassen haben. Positiv war, dass wir das Tempo über 90 Minuten durchgehalten haben", sagte Klinsmann. "Wir hatten am Anfang schwere Beine. Dass wir nach dem Rückstand noch einmal zurückgekommen sind, zeigt, welche Moral in dieser Mannschaft steckt", lobte Kapitän Michael Ballack seine Kollegen. "Ich glaube, man hat gemerkt, dass wir aus dem Trainingslager gekommen sind", betonte Torhüter Jens Lehmann, der mit seinen Paraden die erste Heimniederlage des DFB-Teams seit dem 2:3 gegen Brasilien beim Confederations Cup vor einem Jahr verhindert hatte.

Dass Klinsmann immer für Überraschungen gut ist, bewies er auch dieses Mal. Hatte er vor der Partie noch Jens Nowotny Hoffnungen auf ein Comeback im Nationaldress gemacht, vertraute er zum Anpfiff dann in der Innenverteidigung doch dem als Wunschpärchen geltenden jugendlichen Duo Metzelder/Mertesacker. Den Routineparte in der Viererkette übernahm stattdessen Bernd Schneider, während der zuletzt von den harten Trainingseinheiten merklich geschlauchte Arne Friedrich eine Ruhepause erhielt.



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Im Mittelfeld hieß es zudem nicht Michael Ballack oder Tim Borowski, sondern und Tim Borowski. Bastian Schweinsteiger rückte ins rechte Mittelfeld, den defensiven Part übernahm Torsten Frings. Im Sturm durfte dagegen mit Klose und Podolski das gesetzte Duo ran. Alles in allem schickte Klinsmann damit eine Elf ins Rennen, die in dieser Formation auch beim WM-Auftakt auflaufen könnte.

Doch es machte sich schnell bemerkbar, dass der Bundestrainer und sein Trainerstab ihre Jungs im seit dem Abflug nach Düsseldorf am Dienstagmittag beendeten Trainingslager in Genf richtig ran genommen hatten: Nahezu allen Deutschen fehlte deutlich erkennbar nach den harten Einheiten die notwendige Spritzigkeit. Viele Unkonzentriertheiten führten zu unnötigen Ballverlusten.

Am deutlichsten war das zunächst Bernd Schneider und Torsten Frings anzumerken, die nach Fehlern den Japanern bis zur 20. Minute gleich zwei hochkarätige Führungschancen eröffneten. Doch Lehmann rettete zweimal in höchster Not gegen Nippon-Superstar Nakata und Yanagisawa zur Stelle. Leichtfüßig, flink und nach einem einwöchigen Trainingslager und erst vier Tagen in Deutschland erstaunlich ausgeruht wirkte das Zico-Team deutlich frischer.

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