Harte Strafen angekündigt
Türkische Presse gibt Eidgenossen die Schuld

Nach den skandalösen Vorkommnissen nach dem WM-Relegationsspiel in Istanbul schlagen die Wellen hoch und höher. Türkische Medien berichten inzwischen, die Schweizer hätten die Auseinandersetzung provoziert. Fifa-Chef Blatter droht dem WM-Dritten von 2002 derweil mit dramatischen Konsequenzen, die bis zum Ausschluss von der WM 2010 reichen können.

HB BERN. „Das macht mich rasend“, sagte Joseph Blatter, der Präsident des Fußball-Weltverbandes Fifa, am Donnerstag in einem Gespräch mit dem Schweizer Rundfunk DRS. Blatter kündigte eine umfassende Untersuchung der Vorfälle an. Was da passiert ist, das habe ich noch nie erlebt. Das Fairplay wurde mit Füßen getreten.“

Er könne sich mehrere Möglichkeiten als Folgen vorstellen, sagte der Schweizer. Von „null bis zu einer Suspendierung des türkischen Verbandes oder sogar einem Ausschluss der Türken von der übernächsten WM 2010 ist alles möglich“, sagte er.

Die Fifa werde nun den offiziellen Bericht abwarten. Jeder, der angegriffen oder angeklagt werde, habe anschließend das Recht, sich zu verteidigen. Blatter kündigte an, dass hart durchgegriffen werde. Vor der Auslosung der WM-Gruppen am 9. Dezember in Leipzig müsse der Fall vom Tisch sein.

Der türkische Fußballverband kritisierte die Äußerungen Blatters als voreilig und einseitig. Erklärungen abzugeben, ohne die Berichte der zuständigen Gremien abzuwarten, sei „gefährlich und falsch“, sagte Verbandsvizepräsident Sekip Mosturoglu am Donnerstag dem Nachrichtensender CNN-Türk. „Ich halte seine völlig einseitigen Erklärungen für unglücklich.“ Die Vorfälle seien provoziert worden.

Mit Blick auf die Verletzung des Schweizer Spielers Grichting und dessen Behandlung im Krankenhaus sagte der Verbandsvize: „Auch einer unserer Ordnungskräfte ist krankenhausreif. Gewiss werden ihn nicht die eigenen Spieler geschlagen haben.“ Der türkische Fußballverband werde zusammenkommen und seinerseits die „nötigen Eingaben“ machen. „Wir werden unsere Verteidigung vorbereiten.“

Zu den möglichen Sanktionen meinte Mosturoglu, er rechne schlimmstenfalls mit einer Stadionsperre und einer deftigen Geldstrafe. Er gehe nicht davon aus, dass die Fifa den türkischen Verband von internationalen Begegnungen ausschließen werde.

Nach dem WM-Qualifikationsspiel zwischen der Türkei und der Schweiz (4:2) war es im Stadion von Istanbul unmittelbar nach Spielschluss zu den Ausschreitungen gekommen. Mitglieder der Schweizer Nationalmannschaft seien von den Türken tätlich angegriffen worden, berichtete Medienchef Pierre Benoit. Türkische Spieler sollen nach Aussagen von Benoit die Schweizer in den Katakomben des Stadions weiter attackiert haben. Ersatzspieler Stéphane Grichting war nach einem Tritt in den Unterleib sogar ins Krankenhaus gebracht worden, das er am Donnerstag aber wieder verlassen konnte.

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