Im Gespräch mit Per Mertesacker
„Wir freuen uns auf ein Armageddon“

Trotz des ernüchternden 2:2 gegen Weißrussland: Der deutsche Innenverteidiger Per Mertesacker glaubt fest daran, dass er und der Rest der DFB-Auswahl am 8. Juni topfit zum ersten Gruppenspiel der Euro 2008 gegen Polen auflaufen werden. Im Interview mit dem Handelsblatt spricht der 24-Jährige über Abwehrschwächen und Zweckoptimismus.

Herr Mertesacker, müssen wir uns Sorgen um die deutsche Abwehr machen?

Warum?

Weil Sie und Ihre Kollegen gegen Weißrussland beide Gegentore mitverschuldet haben.

Was haben Sie denn erwartet?

Eine funktionierende Innenverteidigung?

2006 war es viel schlimmer, da hieß es noch nach dem Eröffnungsspiel, mit dieser Abwehr schaffen die das nie. Die Hysterie stellte sich erst mit dem Polen-Spiel ein. Nach den Medienschelten habe ja sogar ich emotional reagiert. Jetzt freuen wir uns wieder auf ein Armageddon, und wenn es nicht so kommt, kosten wir das aus. Wir sind im Trainingslager. Da nehmen wir wenig Rücksicht auf irgendwelche Vorbereitungsspiele.

Michael Ballack hat gesagt, wenn die Spieler in dieser Phase jammern, sei das gut so. Ob sie eine Punktlandung hinbekommen, das wollte er nicht bezeugen.

Das ist die Kunst. Und nach der Gruppenphase müssen wir uns darüber unterhalten, ob es geklappt hat, auf den Punkt fit zu sein oder nicht. Wir dürfen nicht unruhig werden. Rückschläge sind normal. Die Weißrussen waren auch nicht so schlecht. Und es war ziemlich heiß in Kaiserslautern. Am Anfang haben wir das noch wegstecken können. Aber dann ließ die Konzentration nach, und die Ballverluste häuften sich. In der zweiten Halbzeit hat das richtig weh getan. Das wird auch gegen Serbien am Samstag noch so sein, schließlich haben wir bis gestern täglich zwei harte Einheiten gemacht.

Ist das Training härter als 2006?

Die Vorbereitung ist kürzer und kommt einem vielleicht deshalb intensiver vor.

Verlassen Sie sich dabei auf die Leistungsdaten des Trainerstabs oder merken Sie selbst, dass es von Tag zu Tag besser geht?

Die haben uns versichert, dass wir am 8. Juni topfit sind. Wir müssen vieles glauben, aber das glauben wir ganz besonders.

Sie merken also nichts?

Gestern habe ich zum ersten Mal wieder Spritzigkeit gespürt, davor hatte ich immer einen Rucksack auf dem Rücken. Da trifft man nicht immer die richtige Entscheidung oder manchmal die falsche.

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