Italien an der WM-Börse erstmals unter Top 3
Run auf die „Azzurri“-Aktien

Nach dem beeindruckenden Auftritt gegen Deutschland haussiert der Kurs der Italien-Aktie an der WM-Börse weiter. 87 Tage vor dem WM-Start ist das Papier nun erstmals unter die Top 3 aufgestiegen. Bemerkenswerte Kursbewegungen gab es in der vergangenen Handelswoche aber auch bei Trinidad und Tobago - und dem deutschen Gruppengegner Ecuador. Zugleich verzeichnet die WM-Börse einen regelrechten "Run" auf das Marktsegment zum Freundschaftsländerspiel der deutschen Auswahl gegen die USA am 22. März in Dortmund.

DÜSSELDORF. Mit dem sich fortsetzenden Höhenflug ihres Aktienkurses - erneut war das Italien-Papier mit einem Plus von mehr als 8 Prozent auf knapp 24 WMark auf Wochensicht der mit Abstand stärkste Gewinner - mausert sich die "Squadra Azzurra" immer mehr zu einem der Top-Favoriten auf den WM-Titel 2006. Zur Erinnerung: Im Vorfeld des 4:1-Siegs gegen Deutschland hatte die Aktie noch bei 17,61 WMark notiert. Seither legte sie also satt um 35,9 Prozent zu.

Die WM-Börse ist ein virtueller Prognose-Aktienmarkt zur Fußball-WM 2006. Die Idee: Die Erwartungen über das Abschneiden der jeweiligen WM-Teilnehmer werden in Form von Aktien verbrieft und können wie an einer richtigen Börse in Echtzeit gehandelt werden. Charts und Kurstabellen informieren minutenaktuell über den jeweils aktuellen Wert der Titel. Anhand der am Markt aus Angebot und Nachfrage ermittelten Aktienkurse ergibt sich zugleich eine Vorhersage des Turnierausgangs.

Leidtragender des Vormarsches der Italiener ist Argentinien, das erstmals seit dem Start der WM-Börse aus den Top 3 herausgerutscht ist. Während die Italien-Aktie kräftig zulegte, verlor das Papier der Südamerikaner 0,83 Prozent auf 23,77 WMark, nachdem es in der letzten Februar-Woche noch bei 24,40 notiert hatte. Allerdings spricht die jüngste Bilanz der "Albiceleste" auch nicht gerade für das Team von Trainer José Pekerman. Die 2:3-Niederlage in Basel gegen Kroatien war für die Argentinier schon die sechste innerhalb der vergangenen acht Monate - eine Negativserie, die in der traditionsreichen Geschichte des zweifachen Weltmeisters ziemlich ungewöhnlich ist. "Es ist besser, wenn uns so etwas jetzt passiert als dann während der WM", bemühte sich Pekerman zwar um Schadensbegrenzung. Doch auch die argentinischen Fußballanhänger werden angesichts der aktuellen Situation ihrer Nationalmannschaft zunehmend skeptischer was die Erfolgsaussichten ihres Teams in Deutschland angeht.

Italiens Nationaltrainer Marcello Lippi beobachtet den "Hype" um seine Mannschaft, der von den starken Vorstellungen der italienischen Klubmannschaften in der Champions League noch verstärkt wird, indes mit gemischten Gefühlen. Insbesondere die Tatsache, dass die Vorrunde allgemein quasi schon als überstanden abgehakt wird, passt ihm gar nicht. "Das Favoritengerede mag ich nicht", entgegnete Lippi zuletzt auf die Frage, ob er froh sei, als Gruppenerster im Achtelfinale Brasilien wahrscheinlich aus dem Weg gehen zu können. "Sollten wir weiterkommen, überlasse ich liebend gerne auch einem anderen Team das K.o.-Spiel gegen Brasilien." Wer nun glaubt, es mangele Lippi wohl an Selbstbewusstsein, der irrt allerdings. Denn er schiebt sofort nach: "Doch ich betone: Italien muss niemanden fürchten."

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