Jens Lehmann lässt Zukunft offen
"Alte Eisen" lassen Zukunft offen

Oliver Kahn hat es vorgemacht, in den DFB-Ruhestand gefolgt ist dem Torwart aber noch kein Spieler der deutschen Nationalelf. Nicht wenige der Routiniers wollen zunächst die Entscheidung von Jürgen Klinsmann abwarten.

Nach der WM ist vor der Euro: Mit welchem Personal die deutsche Nationalmannschaft aber die Qualifikation zur Europameisterschaft 2008 in Österreich und der Schweiz in Angriff nimmt, muss noch abgewartet werden. Fest steht lediglich, dass Torwart Oliver Kahn in den Planungen keine Rolle mehr spielt, nachdem der 37-Jährige am Samstag nach dem kleinen WM-Finale der DFB-Auswahl um Platz drei gegen Portugal (3:1) als einziger seinen Rücktritt aus der DFB-Auswahl bekannt gegeben hat.

Wer vor dem ersten Länderspiel der neuen Saison am 16. August in Gelsenkirchen gegen Schweden noch seine Karriere im DFB-Trikot beenden wird, ist fünf Wochen zuvor aber noch völlig offen. Eine große Rücktrittswelle wird es aber nicht geben.

Nowotny spielt auf Zeit

Selbst Jens Nowotny, dessen Demission am Samstag ebenfalls erwartet worden war, hält sich noch ein Hintertürchen offen. "Ich werde vorerst nicht zurücktreten, werde mich allerdings auch nicht aufdrängen", sagte der 32-Jährige, der nach seinem ersten Turnierauftritt gegen die Portugiesen offenbar noch einmal Blut geleckt hat: "Wenn ich die nächsten Wochen einen neuen Verein habe, werde ich noch mal richtig Gas geben."

Der 47-malige Nationalspieler räumt aber ein: "Ich werde mich aber nicht eines Tages vom Platz runtertragen lassen." Dies gilt auch für Oliver Neuville, der als Edeljoker in den vergangenen Wochen überzeugen konnte, mit 33 Jahren aber auch schon zum alten Eisen zählt.

Ebenfalls noch nicht sicher über seine Zukunft in der Nationalmannschaft ist Jens Lehmann, der nach seiner ersten und grandiosen WM als Nummer eins vor allem die Entscheidung von Jürgen Klinsmann abwarten will. "Es hängt sicher auch davon ab, welcher Trainer jetzt kommt und was der Trainer plant", erklärte der Keeper vom FC Arsenal, dessen steiler Aufstieg im Nationalteam eng verbunden mit der Person Klinsmann ist. "Ich werde jetzt meine persönliche Situation überdenken und auch sicherlich mit Jürgen sprechen. Ich hoffe, dass er bleibt, denn alle Spieler wollen den Weg mit ihm weitergehen", meinte Lehmann.

Hildebrand lauert auf die Nummer eins

Sollte der Arsenal-Keeper weitermachen, wäre dies ein herber Schlag für die derzeitige Nummer drei Timo Hildebrand vom VfB Stuttgart, der sich im Schatten der beiden Torwart-Dinos durch gute Trainingsarbeit und vorbildliches Verhalten eigentlich für die im September beginnende EM-Qualifikation empfehlen wollte. Und die startet für das deutsche Team ausgerechnet im Gottlieb-Daimler-Stadion mit dem Match gegen Irland. Sollte Lehmann ebenso wie Kahn aufhören, darf sich Hildebrand aber nicht zu sicher sein, denn in Robert Enke, Roman Weidenfeller und Tim Wiese stehen auch andere Keeper Gewehr bei Fuß.

Ebenso wie Lehmann warten auch andere auf ein Zeichen von Klinsmann. "Ich warte erst einmal ab, wie sich Jürgen Klinsmann entscheidet", sagt zum Beispiel Bernd Schneider, der trotz seiner 32 Jahre eigentlich bis zur EM 2008 in der Schweiz und Österreich weitermachen wollte.

Bilder von der Feier auf der Berliner Fanmeile

Da Klinsmann im Vorfeld der WM bereits einen Generationenwechsel vollzogen hat, werden sich die Rücktritte aber in Grenzen halten. Viel interessanter dürfte sein, wer sich in den ersten Bundesligawochen in den Kreis der Nationalelf zurück- oder hineinspielt. Die für die WM ausgebooteten Kevin Kuranyi, Patrick Owomoyela und Fabian Ernst dürfen sich Hoffnungen machen. Sebastian Deisler steht zum wiederholten Male vor einem Comeback.

Trochowski, Kießling und Polanski im Notizbuch

In dem Hamburger Piotr Trochowski, dem Neu-Leverkusener Stefan Kießling oder dem Gladbacher Eugen Polanski klopfen weitere Talente an die Tür zum DFB-Team an: "Das sind Leute, die schon vor der WM ganz nah dran waren und mit guten Leistungen den Sprung in die Mannschaft schaffen können", sagte Klinsmanns Assistent Joachim Löw.

Ob Löw für die Personalplanungen ab August noch mit verantwortlich ist, hängt allerdings auch noch am seidenen Faden. Bei einer Absage von Klinsmann könnte er vom "Assi" zum Chef befördert werden, aber auch ein Ende seiner Tätigkeit beim DFB ist denkbar. Das gilt auch für Bundes-Torwart-Trainer (BTT) Andreas Köpke sowie die Fitnesstrainer aus den USA, die auf Honorarbasis für den Verband arbeiten.

© SID

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