Fußball
Kahn: Torwart-Rotation "bringt einen weiter"

Die jüngste Torwart-Rotation in der Nationalmannschaft hat für Oliver Kahn keineswegs nur negative Nebeneffekte. "Es macht einen noch stärker. Sportlich und menschlich", sagt Kahn in einem Interview.

Oliver Kahn ist angesichts der neu eingeführten Rotation zwischen den Torpfosten der deutschen Nationalmannschaft alles andere als angefressen. "Am Anfang schüttelt man sich - was ist denn hier los? Dann muss man sich von seinem Ego, von seinen Eitelkeiten, wenn sie denn vorhanden sind, frei machen und diesen Kampf annehmen. Man spürt mit einem Mal, dass das auch positive Aspekte hat. Es bringt einen nämlich weiter, als man zu sein glaubte, macht einen noch einen Tick stärker. Sportlich und menschlich", sagte der Keeper von Bayern München in einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung. Er habe daraus "sogar Motivation und Spaß gezogen. Das kitzelt einen ja auch".

"Habe nur noch eine kleine Rechnung offen"

Dass er bei der Weltmeisterschaft im kommenden Jahr die Nummer eins sein wird, steht für den 36-Jährigen eigentlich außer Frage. "Ich habe mit der Nationalmannschaft meine Leistung gebracht - das gleiche versuche ich nun in der nächsten Saison. Und ich habe, egal ob Welt- oder Europameisterschaft, immer gezeigt, dass ich fähig bin, mich total auf so ein Turnier hin zu konzentrieren", sagte Kahn der SZ: "Und eines ist klar: Ich habe eigentlich alles erreicht in meiner Karriere, ich habe nur noch eine kleine Rechnung offen - und die möchte ich 2006 begleichen. Dafür werde ich alles tun."

Bundestorwarttrainer Andreas Köpke hat indes verdeutlicht, dass man am Wechselspiel im Tor in den kommenden Monaten weiter festhalten wird. "Für die Torhüter ist es sicher sehr schwer, aber es führt kein Weg daran vorbei. Das ist kein Wunschkonzert", sagte Köpke in "Blickpunkt Sport" des bayerischen Regionalfernsehens. Er könne verstehen, dass die Keeper nicht hurra schreien würden, "aber sie haben sich damit arrangiert".

Köpke: "Wir dürfen nicht den richtigen Zeitpunkt verpassen"

Wann die endgültige Entscheidung zwischen Kahn und Jens Lehmann fallen wird, ließ Köpke offen. "Wir dürfen aber den richtigen Zeitpunkt nicht verpassen und müssen die Sache mit Fingerspitzengefühl angehen. Ich habe immer gesagt, dass die Nummer eins und die Nummer zwei dann genügend Zeit haben müssen, um sich mit der Entscheidung auseinander zu setzen", verdeutlichte der Europameister von 1996.

Am Dienstagabend im abschließenden Gruppenspiel beim Konföderationen-Pokal in Nürnberg gegen Argentinien erhielt die etatmäßige Nummer drei Timo Hildebrand eine Bewährungschance. "Er ist auf einem sehr, sehr guten Weg und darf dies als Belohnung sehen", so Köpke. Lehmann wird im Halbfinale zwischen den Pfosten stehen. Kahn wird das Finale oder das Spiel um Platz drei bestreiten.

© Sport-Informations-Dienst, Neuss

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