Kampf um Platz 5 und 6
Köln singt Halleluja

Dramatisches Finale in der Bundesliga: Die Clubs kämpfen um Platz fünf und sechs, um sich die Europa-Tickets zu sichern. Am emotionalsten war es in Köln, wo der große Traum nach 25 Jahren wahr wurde.
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KölnDer Meister steht längst fest, die zwei direkten Absteiger auch, aber der Kampf um die europäischen Plätze bot gleich auf sechs Plätzen Spannung, dass es den Fans den Kopf verdrehte. Um den wichtigen Rang drei, der zur direkten Qualifizierung zur Champions League berechtigt, stritten sich im Fernduell Borussia Dortmund und die TSG Hoffenheim.

So richtig aufregend war der Kampf um Rang fünf und sechs, also die Option für die Europa League. Fünf Teams waren in der Verlosung: Berlin, Freiburg, Köln, Bremen und Mönchengladbach. Die rechnerisch besten Aussichten hatten Hertha BSC Berlin und der SC Freiburg mit drei beziehungsweise zwei Punkten Vorsprung auf den 1. FC Köln auf Rang sieben. Aber die Rheinländer freuten sich vor dem Spiel gegen den FSV Mainz mehr als alle anderen Konkurrenten auf den großen Trip durch Europa – das gab es für den FC seit 25 Jahren nicht mehr.

Die Stimmung rund ums Stadion war schon lange vor Anpfiff besonders: Live-Musik, Gesänge, Volksfeststimmung. Als dann auch noch zwischen Aufstellung und Hymne der Höhner-Hit „Wenn nicht jetzt, wann dann“ ertönte, war allen klar: So eine Begeisterung hat es hier in Köln lange nicht gegeben. Auf Banner gedruckt lautete das Motto: „Heute alles geben – gemeinsam durch Europa“.

Auch noch so erfahrene Reporterkollegen staunten nicht schlecht angesichts des Geräuschpegels während der ersten Minuten. Da störte zunächst auch nicht, dass die Mainzer sich durchaus nicht versteckten und keineswegs gewillt, nach ihrem rettenden 4:2-Sieg in der Vorwoche dieses für sie nicht mehr wichtige Spiel nachlässig anzugehen.

15.37 Uhr: Jubel im Stadion. Leverkusen führt bei Hertha BSC. Aber warum jubeln FC-Anhänger bei einem Tor ihres verhassten Nachbarn? Weil Köln die Hertha so noch überholen könnte mit einem Sieg. Eine Minute später der Dämpfer: Bremen führt in Dortmund und zieht am FC vorbei. Plötzlich wäre auch Platz sieben gefährdet, der reichen würde, wenn Dortmund im DFB-Pokalfinale gegen Frankfurt gewinnt. Klingt alles kompliziert, weiß hier aber jeder. Dann wieder kurz Jubel: Der FC Bayern führt 1:0 gegen den SC Freiburg. Beruhigend, den an den Breisgauern will der FC ja auch noch vorbeiziehen.

15.41 Uhr: Der FC tut sich schwer gegen gut stehende Mainzer. Die Gäste sind die aktivere Mannschaft. Doch dann die Chance von Bittencourt. Alle stehen auf, auch wenn der Schuss leicht drüber geht. Ein Tor für den FC und wenn alles so bliebe, stünde Köln auf Rang fünf. Perfekt. Aber die Blitztabelle sagt auch: derzeit ist es Rang acht, aus der Traum von Europa.

15.50 Uhr: 20 Minuten sind rum. Die „Wilde Horde“ sinkt ununterbrochen, die Mainzer Fans melden sich ab und an, aber die ganz große Stimmung ist erst mal futsch. Gerade überwiegt die Sorge, dass es auf Rang acht rauslaufen könnte. Die Spieler auf dem Rasen wirken konzentriert, aber gehemmt und agieren zu unpräzise. Mainz lädt durchaus zu Kontern ein, aber Köln macht es nicht gut. Zu umständlich, zu ungenau.

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