Kapazität von 27 000 Zuschauern
St. Paulis Stadiontraum wird Wirklichkeit

dpa HAMBURG. Das vermeintliche Luftschloss soll nun doch Wirklichkeit werden: Nach jahrzehntelangen Diskussionen und immer wieder gescheiterten Plänen beginnt noch im Herbst dieses Jahres der Umbau des Hamburger Millerntor-Stadions zu einer modernen Fußball-Arena.

Die Spielstätte des Regionalligisten FC St. Pauli wird in den kommenden Jahren runderneuert und auf eine Kapazität von 27 000 Zuschauern ausgebaut. „Das ist für unsere Fans und Mitglieder ein Tag, den sie lange herbeigesehnt haben“, sagte Präsident Corny Littmann bei der Präsentation im Hamburger Rathaus.

Für das 32-Millionen-Euro-Projekt hat der Traditionsclub die Unterstützung der Stadt. Bürgermeister Ole von Beust (CDU) sicherte einen einmaligen Zuschuss in Höhe von 5,5 Mill. Euro in der ersten Bauphase zu. „Dieser Verein ist für Hamburg von großer Wichtigkeit“, sagte von Beust. Ziel sei es daher, den Bestand der derzeit maroden Arena „langfristig zu sichern und fortzuentwickeln“. Eine Modernisierung war unter anderem durch die Auflagen des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) unumgänglich geworden.

Auch wenn der Umbau langfristig geplant ist und erst im Frühjahr 2014 komplett abgeschlossen sein soll, geht es am Anfang schnell voran: In der ersten Phase soll bis zum Beginn der Spielzeit 2007/08 die Südtribüne modernisiert werden und 2 600 zusätzliche Sitzplätze erhalten. Zusammen mit dem Einbau einer Rasenheizung und weiteren Maßnahmen sind dafür zwölf Mill. Euro veranschlagt. Nach Littmanns Angaben hat der Club Zusagen aus der Wirtschaft über 4,5 Mill. Euro. Weitere zwei Mill. werden über Banken finanziert.

In den folgenden Phasen soll sich die Rekonstruktion durch die Mehreinnahmen selbst tragen. So rechnet St. Pauli allein durch die neue Südtribüne mit jährlich 2,4 Mill. Euro zusätzlich. Dafür muss der traditionsbewusste Club aber auch neue Wege gehen: 1 000 der 2 600 Sitzplätze sind für den Business-Bereich vorgesehen, dazu entstehen zehn Séparées: die plüschige Kiez-Variante von VIP-Logen.

Sowohl Littmann als auch von Beust betonten, dass das Konzept solide sei. „Es sieht auf den ersten Blick aus wie eine Wundertüte, ist aber sehr konservativ gerechnet“, sagte von Beust. Littmann wies darauf hin, dass der Plan auch realisierbar sei, wenn der Verein in den kommenden Jahren nicht aus der Regionalliga aufsteigen würde.

Das Stadion soll - nach dem Vorbild englischer Arenen - dieselbe „dichte Atmosphäre“ gewährleisten, die das baufällige Millerntor heute auszeichnet. 15 000 der 27 000 Plätze werden deshalb am Ende Stehplätze sein. Ob der Bau dann immer noch Millerntor-Stadion heißt, mochte Littmann allerdings nicht garantieren. „Wenn jemand ankommt, der zu uns passt, heißt es vielleicht auch mal anders“, sagte er. „Aber sicher nicht Easy-Credit-Stadion“, fügte er unter Anspielung auf das Nürnberger Beispiel beschwichtigend hinzu.

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