Keine Trikots, keine Wetten und auch kein Bier
Die Milliarden-Katastrophe

England's staying home: Das Mutterland des Fußballs ist geschockt über das Scheitern in der EM-Qualifikation. Doch das sensationelle und dramatische Aus bricht nicht nur der Fußballnation das Herz. Auch die britische Wirtschaft trauert über das Scheitern der Nationalmannschaft. Denn die Folgen sind für sie ganz erheblich.

LONDON. „Sie denken, es ist alles vorbei; jetzt ist es so weit.“ Das waren die Worte, mit denen der britische Fußballkommentator Kenneth Wolstenholme die letzten Sekunden des Endspiels der Fußball-Weltmeisterschaft 1966 begleitete. Damals war es die Einleitung eines Happy-Ends. England gewann zum ersten und einzigen Mal den Titel und das auch noch im heimischen Wembley-Stadium.

Am Mittwochabend war für England in Wembley wieder einmal „alles vorbei“, dieses Mal allerdings ohne Happy End. Als der Kroate Mladen Petric zwölf Minuten vor Schluss den Siegtreffer im letzten Qualifikationsspiel für die Europameisterschaft 2008 schoss, brach er damit nicht nur der Fußballnation das Herz, sondern versetzte auch der britischen Wirtschaft einen Schock. Die Niederlage gegen Kroatien besiegelte das endgültige Aus der Engländer für die Europameisterschaft 2008 und das bedeutet nicht weniger als einen Milliardenschaden für die Unternehmen auf der Insel.

Kaum hatte der schwedische Schiedsrichter Peter Frojdfeldt das Spiel abgepfiffen, begannen die Sportartikelkonzerne Sports Direct und Umbro damit, ihre Gewinnwarnungen zu formulieren. Dank der blamablen Vorstellung der englischen Nationalelf wird der Einzelhändler Sports Direct bereits in diesem Jahr weniger verdienen als 2006. Diese Hiobsbotschaft versetzte der ohnehin schwer angeschlagenen Aktie einen weiteren Tiefschlag. Die Papiere stürzten um 15 Prozent auf unter ein Pfund ab und sind damit nur noch ein Drittel so viel Wert wie beim Börsengang im vergangenen Februar. Sports Direct ist Teil des Reichs des exzentrischen britischen Milliardärs Mike Ashley, dem unter anderem auch der Fußballklub Newcastle United gehört. Der öffentlichkeitsscheue Ashley hat die Investoren bereits in den vergangenen Monaten mit einer ganzen Reihe von Gewinnwarnungen geschockt.

Seite 1:

Die Milliarden-Katastrophe

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%