Fußball
Klinsmann plant nach WM weiter mit seinem Stab

Jürgen Klinsmann plant die Zeit nach der Weltmeisterschaft bereits intensiver als bisher angenommen. Im Gespräch mit dem Arbeitskreis Nationalmannschaft beim DFB hat der Bundestrainer nicht nur bekräftigt, „dass ich es über 2006 hinaus mache“.

dpa BERLIN. Jürgen Klinsmann plant die Zeit nach der Weltmeisterschaft bereits intensiver als bisher angenommen. Im Gespräch mit dem Arbeitskreis Nationalmannschaft beim DFB hat der Bundestrainer nicht nur bekräftigt, „dass ich es über 2006 hinaus mache“.

Klinsmann hat auch genaue Vorstellungen zum nötigen Personal. Teammanager Oliver Bierhoff soll „vorab langfristig verlängern“, sagte er. Mit Klinsmann zusammen sollten dann die Assistenztrainer Joachim Löw und Andreas Köpke ihre Arbeit fortsetzen. Und bis zum Frühjahr 2006 soll die Entscheidung über einen neuen Technischen Direktor getroffen werden.

Seine langfristige Planung stehe allerdings unter dem Vorbehalt, „dass es bei der WM nicht in die Hose geht“, erklärte Klinsmann im Fachblatt „Kicker“. Er definierte offiziell aber nicht, was er unter einem erfolgreichen WM-Abschneiden als Bedingung für die Fortsetzung seines Jobs versteht. Nach den Gesprächen mit der Führung des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) aber zeichnet sich ab, dass nicht der von Klinsmann selbst zum Ziel erkorene WM-Titel Voraussetzung für eine Vertragsverlängerung ist. Auch ein ähnlich couragierter und mitreißender Auftritt wie beim Confederations Cup im vergangenen Sommer könnte seine Amtszeit bis mindestens zur EM 2008 ausweiten - selbst wenn das Team im Viertel- oder Halbfinale der WM ausscheiden sollte.

„Die Entwicklung in den vergangenen 15 Monaten ist sehr ermutigend. Wir haben sehr viele junge Spieler eingebaut. Unsere Aufgabe ist es, sie noch weiter nach oben zu bringen, ihnen ständig Hilfestellung zu geben, wo sie sich noch verbessern können. Diese Arbeit ist sehr spannend und mit viel Spaß verbunden“, sagte Klinsmann. Der 41-Jährige sieht noch lange nicht alles ausgereizt: „Da ist viel Luft nach oben. Dieser fast vollzogene Generationswechsel in der Nationalmannschaft gibt uns das Gefühl, eine Mannschaft zu entwickeln, die viel leisten kann.“

Nach 21 Spielen seit Amtsantritt ist bei Klinsmann und seinen engsten Vertrauten offenbar die Erkenntnis gereift, dass die von ihnen geformte neue Nationalelf ihren sportlichen Zenit erst bei der Europameisterschaft 2008 in der Schweiz und Österreich oder sogar erst bei der WM 2010 in Südafrika erreichen könnte. Zudem hat der Bundestrainer den Ehrgeiz, den deutschen Fußball auf längere Sicht durch seine Philosophie zu prägen, ähnlich wie das in den Niederlanden oder in Frankreich gelungen ist. „Da haben wir noch Jahrzehnte Rückstand“, bemerkte Klinsmann.

Eine entscheidende Rolle soll in der Zukunft dem neuen Sportdirektor zukommen, der nach den Vorstellungen von Klinsmann kein Deutscher sein muss, aber die deutsche Sprache beherrschen sollte. Der Bundestrainer will auch dafür eine perfekte Lösung: „Wichtig ist, dass diese Person dann diese Entwicklung und Philosophie mitträgt, die wir angestoßen haben. Er muss mit einen Spielstil aufbauen, dies einfließen lassen in die Trainer-Ausbildung und die Landesverbände.“ Da zum Saisonende 2005/06 die Verträge mit den meisten DFB- Nachwuchstrainern auslaufen und der bisherige Jugend-Koordinator Michael Skibbe schon jetzt zu Bayer Leverkusen gewechselt ist, soll bis zum Frühjahr das Thema gelöst werden.

Nach dem Gipfeltreffen mit den Bundesliga-Managern wird Klinsmann wahrscheinlich ein weiteres Zeichen dafür setzen, seine Präsenz in Deutschland zukünftig verstärken zu wollen. Er wird vermutlich die Bundesliga-Spitzenpartie FC Bayern gegen Werder Bremen live im Stadion verfolgen. Am Dienstag darauf versammelt er in Köln seinen Kader für das letzte Länderspiel des Jahres am 12. November in Frankreich, den er in dieser Woche benennen wird. „Es wird sich nichts Großartiges ändern“, kündigte der Bundestrainer an. Möglicherweise kehrt der Dortmunder Sebastian Kehl nach langer Pause ins Aufgebot zurück.

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