Koalition gegen die Fifa
Schweizer und US-Ermittler spielen mit Blatter

Die US-Fifa-Chefermittlerin Loretta Lynch erhöht zusammen mit Schweizer Kollegen den Druck auf den Weltfußballverband Fifa. In Zürich kündigte sie weitere Klagen an. Offen blieb, ob Fifa-Boss Blatter gemeint sein könnte.

ZürichDie Sicherheitskontrollen im Zürcher Hotel Renaissance waren drastisch. In Gruppen wurden die Journalisten vorgelassen, sie mussten in einem abgesperrten Bereich ihre Taschen im Abstand von einem halben Meter abstellen, damit ein Polizeihund das Gepäck nach Sprengstoff oder Waffen absuchen konnte. Erst danach durften die Reporter den Konferenzraum im ersten Stock betreten.

Grund des Aufwands: Die US-Chefermittlerin im Fifa-Korruptionsskandal, US-Justizministerin Loretta Lynch, war in Zürich zu Besuch. Und sie gab mit dem Schweizer Bundesanwalt Michael Lauber eine Pressekonferenz zum Stand der Fifa-Ermittlungen. Und tatsächlich: Lynch kündigte „weitere Klagen gegen Individuen und juristische Personen (entities) an".

Der frühere Fifa-Anti-Korruptionsexperte Mark Pieth hatte sich zuvor für strafrechtliche Ermittlungen gegen den noch amtierenden Weltverbands-Präsidenten Joseph Blatter ausgesprochen. „Blatter muss sich gegen eine Anklage wegen Veruntreuung verteidigen“, sagte der Schweizer Rechtsprofessor am Montag in Zürich.

Lynch wollte jedoch nicht sagen, ob Blatter bereits zu den Verdächtigen zählt und ob ihm eine Verhaftung droht. „Ich kann hier keine Informationen zu möglichen Reiseplänen von Herrn Blatter geben“, sagte Lynch unter Gelächter im Saal. Bislang werden 14 Personen, darunter neun ehemalige Fußball-Funktionäre und fünf Geschäftsmänner, der Korruption beschuldigt. 13 von ihnen wurden festgenommen.

Laut dem Schweizer Bundesanwalt Michael Lauber werte seine Behörde derzeit 11 Terrabyte Daten. Weitere Gebäude in der Westschweiz seien durchsucht worden, zudem habe die Bundesanwaltschaft Immobilien wie Wohnungen in den Schweizer Alpen beschlagnahmt. „Liegenschaften sind geeignet, Geldwäsche zu betreiben“, erklärte er. 

Die Geldwäschestelle Mros der Schweiz habe der Bundesanwaltschaft 121 Bank-Konten genannt. Diese Meldungen würden nun untersucht und dabei geprüft, ob sie eine neue Untersuchung auslösen oder sie zu einer bereits laufenden Untersuchung angefügt werden. „Zum Gesamtvolumen von gesperrten Vermögenswerten mache ich auch aus Ermittlungstaktischen Gründen heute keine Angaben“, so Lauber

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