Leicester City
Britische Wettanbieter zittern vor Sensations-Meister

Vor der Saison galt es bei Buchmachern als wahrscheinlicher, dass Elvis wiederaufersteht, als das Leicester die Premier League gewinnt. Am Wochenende kann der Außenseiter Meister werden. Und Wettanbieter Millionen kosten.

DüsseldorfBritische Buchmacher sind dafür bekannt, dass bei ihnen jede noch so irrwitzige Wette abgeschlossen werden kann. Gerade im Sport sind der Fantasie kaum Grenzen gesetzt. So wurde etwa im Jahr 2009 die Wette angeboten, dass Frank-Walter Steinmeier Bundeskanzler wird und Deutschland nachträglich den Weltmeistertitel 1966 zugesprochen bekommt. Wettquote? 5000:1. Die gleiche Quote bietet der englische Wettanbieter William Hill Plc. auch für den Fall, dass Elvis Presley 40 Jahre nach seinem Tod plötzlich lebendig auftaucht. Zugegeben: Alles sehr unwahrscheinliche, wenn auch nicht unmögliche Ereignisse.

Ungefähr das müssen sich die Buchmacher auch gedacht haben, als sie vor der Saison eine Quote von 5000:1 angeboten haben, wenn der beinahe abgestiegene Fußballklub Leicester City englischer Meister wird. Das Problem für William Hill: Mit einem Sieg am Wochenende kann der Außenseiterklub den ersten Platz in der britischen Premier League festmachen. Die „Foxes“ kämpfen um die sportliche Sensation - und den finanziellen Jackpot. Denn die milliardenschweren Einnahmen der britischen Spitzenvereine aus Fernsehgeldern katapultierten den Klub aus der Großstadt im Herzen Englands in die Sphären eines FC Bayern München.

Ein Jackpot wäre die Meisterschaft aber vor allem für eine Reihe von wettbegeisterten Menschen aus England. 58 Wetten zur Traumquote wurden im Sommer abgeschlossen. Einer der Tipper ist namentlich bekannt: Leigh Herbert sprach vor einigen Wochen mit der BBC über seine buchstäbliche Schnapsidee, fünf Pfund auf Leicester zu setzen. Ein paar Drinks zu viel, dachte er, und etwas Geld verloren. Nun steht er kurz davor, 25.000 Pfund zu gewinnen. Mit ihm gewännen dutzende weitere Spieler, dazu noch etliche, die später in der Saison bei der Quote von 1500:1 zugeschlagen haben.

Unter den Gewinnern wird auch ein Hollywood-Star sein. Tom Hanks setzte nach eigenem Bekunden 100 Pfund auf Leicester City und wird sich über eine Auszahlung von mehr als einer halben Million freuen können. Ein Trostpflaster für den Schauspieler, dessen Lieblingsklub Aston Villa als Tabellenletzter aus der Premier League absteigt.

Für die Wettanbieter ist Leicesters Meisterschaft ein echtes Ärgernis. William Hill, einstmals eines der ersten Unternehmen, die online Wetten annahmen, ließ diese Woche durch einen Sprecher mitteilen, dass Leicesters Titelgewinn eine Auszahlung von zwei Millionen Pfund bedeutete. „Eine Gewinnquote von 5000:1 gab es noch nie“, so der Sprecher weiter. Und die soll es auch nie wieder geben. Das Unternehmen kündigte an, für die kommende Saison die Quote bei 1000:1 zu deckeln.

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Am Ende gewinnen doch die Buchmacher

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